"Kriminelle Ausländer": Schockierender Polizei-Sager bei Abschiebe-Drama in Wien
- 15 Flüchtlinge aus Nigeria wurden ausgewiesen
- 27-jähriger Frau droht in ihrem Heimatland der Tod

Ein weiteres Abschiebe-Drama sorgt in Wien für Aufsehen: Mehrere Flüchtlinge wurden in der Nacht ausgewiesen. Der Charterflug startete um 1.00 Uhr früh vom Flughafen Wien Schwechat. Ebenfalls im Flieger nach Nigeria, der Asylwerber George Vincent Ifeany. Insgesamt sollen laut Auskunft von Ifeany 15 Flüchtlinge abgeschoben worden sein, wie Ursula Omoregie vom Integrationsverein Schmetterling gegenüber NEWS.at erzählte. Darunter auch ein 27-jähriges Opfer von Frauenhandel. Brisantes Detail: Bei der Demo gegen die Ausweisung kam es offenbar so einer schockierenden Aussage eines Polizisten: Eine Zeugin erzählte Omoregie von dem Vorfall: "Ich bin vom Einkaufen gekommen und habe einen Polizisten gefragt, wofür die Menschen demonstrieren?" Antwort: "Das sind die, die nicht wollen, dass kriminelle Ausländer abgeschoben werden!"
Vor dem PAZ Rossauerlände protestierten Demonstranten gegen die Abschiebungen. Teilnehmer berichteten über die Online-Plattform Twitter von einem "heftigen Polizeieinsatz", die Demonstranten seien bei der Ecke Hörlgasse/Liechtensteinstraße im 9. Bezirk eingekesselt worden. Es soll keine Festnahmen, allerdings 60 Identitätsfeststellungen seitens der Polizei gegeben haben. Auch unbeteiligte Passanten sollen in den Kessel geraten sein. "Diese Abschiebung ist ein Signal an alle Opfer von Frauenhandel, nicht zur Polizei zu gehen und auszusagen. Das läuft den Bemühungen Österreichs, den Frauenhandel einzudämmen, zuwider", kritisierte Joana Adesuwa Reiterer von der "NGO Exit".
Die 27-jährige Frau, die von Menschenhändlern aus Nigeria nach Wien gebracht und hier über mehrere Jahre in der Zwangsprostitution ausgebeutet wurde, entschloss sich trotz Drohungen von Seiten der Menschenhändler, bei der Polizei gegen die Menschenhändler auszusagen. Ein Verfahren für humanitären Aufenthalt ist derzeit in Gang.
27-Jähriger droht in Nigeria der Tod
Wegen ihrer Aussage vor der österreichischen Polizei drohen der Betroffenen in Nigeria schwere Repressalien. "Eine Abschiebung wie diese kommt den MenschenhändlerInnen durchwegs zu gute und setzt damit ein fatales Zeichen für andere Betroffene: Wer gegen seine Peiniger aussagt, dem droht die Abschiebung", warnte Joana Adesuwa Reiterer, die die Frau in Wien betreute. "So etwas können und wollen wir nicht akzeptieren."
Weiterführende Links:
www.adesuwainitiatives.org
www.purplesheep.at
www.schmertterling.org
(red)
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