Mittwoch, 22. Dezember 2010

Glühbirnen-Verbot soll gekippt werden:
EU-Parlamentarier sehen Gesundheitsrisiko

  • Verweisen auf Gefahren der Energiesparlampe
  • EU-Kommission soll Verbot "unverzüglich" kippen

Führende Abgeordnete des EU-Parlaments wollen das Verbot von herkömmlichen Glühbirnen in Europa zu Fall bringen. "Ich werde alles tun, um das Glühbirnenverbot in der EU doch noch zu kippen", sagte der Vorsitzende des Industrie-Ausschusses, Herbert Reul (CDU), der Zeitung "Die Welt". Er forderte die EU-Kommission auf, das Glühbirnenverbot "unverzüglich" außer Kraft zu setzen.

Brüssel müsse überprüfen, ob die als Alternative zur Glühbirne vorgesehene Energiesparlampe aufgrund der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren überhaupt noch vertrieben werden dürfe. Das deutsche Umweltbundesamt hatte Anfang Dezember vor Gefahren durch das in Energiesparlampen verwendete Quecksilber gewarnt.

Die Produktsicherheit und die Gesundheit der Konsumenten müssten oberste Priorität haben, forderte Reul. Der Ausschussvorsitzende warf der Brüsseler Gesetzesbehörde vor, dass sie mit dem Glühbirnenverbot "getrieben vom Klimaschutzwahn Symbolpolitik betrieben hat, die weder dem Klimaschutz noch der Gesundheit der Menschen dient".

"Sondermüll als Lichtquelle"
Auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Silvana Koch-Mehrin (FDP), forderte eine Aussetzung des Glühbirnenverbots. Solange nach wissenschaftlichen Erkenntnissen davon auszugehen sei, dass Energiesparlampen zu erheblichen Gesundheitsschäden führen könnten, müsse die EU das Glühbirnenverbot zumindest für Privathaushalte aussetzen, sagte sie der "Welt". "Es kann doch nicht sein, dass unter dem Deckmantel des Umweltschutzes die beim Verbraucher beliebten und bewährten Glühbirnen vom Markt genommen und durch gesundheitsgefährdende Produkte ersetzt werden", sagte sie dem Blatt. Durch das "unsinnige Glühbirnenverbot" werde "Sondermüll als Lichtquelle" vorgeschrieben.

Hintergrund der Kritik sind die Untersuchungsergebnisse des Umweltbundesamtes (UBA). Demnach können Energiesparlampen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Geht eine Energiesparlampe zu Bruch, so kann laut Erkenntnissen der Experten eine Quecksilberkonzentration im Raum freigesetzt werden, die den Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter um das Zwanzigfache überschreitet. Darum sollten sich insbesondere Kinder und Schwangere von Energiesparlampen fernhalten, empfiehlt die Bundesbehörde.

60-Watt-Birnen ab September verboten
Herkömmliche Glühbirnen mit 100 und 75 Watt dürfen in der EU nicht mehr verkauft werden, da sie als Energiefresser gelten. Ab September kommenden Jahres dürfen auch die am meisten verbreiteten 60-Watt-Birnen nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden.

(apa/red)

22.12.2010 10:14
Nettozahler, 23. 12. '10 07:00
Abgesehen von der Gesundheitsgefährdung -
Energiesparlampen sind eine technische Mißgeburt. Die Mehrzahl der Beleuchtungskörper werden nur ganz kurz eingeschaltet, und das mehrmals am Tag. WC, Keller, Vorraum, Außenbeleuchtungen mit Bewegungssensor, etc. Bis da die Lampen die volle Leuchtkraft erreicht haben sind sie schon wieder abgedreht. Dieses oftmalige kurze Ein- und Ausschalten verringert ihre Lebensdauer massiv und außerdem habe ich nie die volle Leuchtstärke. Aber das verstehen ja die Entscheidungsträger in der EU nicht, weil sich davon bestimmt keiner um einen Haushalt kümmert und bei deren Einkommen das Licht wahrscheinlich in allen Räumen den ganzen Tag brennt.
Berndorferbaer, 23. 12. '10 08:13
Re: Abgesehen von der Gesundheitsgefährdung -
genau so ist es. die angegebenen 10000 std leuchtdauer soll mir jemand beweisen. ich habe teure und auch billige sparlampen ausprobiert, konnte aber nicht sagen, hält die eine länger oder die andere. also, fazit: von der lebensdauer zum preis: genügend. vom stromverbrauch her 2-3. nimmt man gar die kaltlichtlampe, es ist ja nicht immer an der verpackung angegeben, kannst gleich anschließend zu augenarzt und in die psychiatrie. da du glaubst in einer beleuchteten gruft herumzugeistern.
nettozahler: frohe weihnachten!!!
clsc, 22. 12. '10 17:20
sogenannte experten
selbsternannte experten machen uns tagtäglich irgendwelche studien und dann entscheiden selbstgefällige politiker in verschiedenen gremien in Ö, in der EU usw solange es keine persönliche haftung für diese gut bezahlten experten und politiker gibt, wird sich an diesem unsinn nichts ändern. sie sollen gut verdienen aber für ihre gutachten und ihre entscheidungen,wenn sie falsch waren, dann auch zahlen.
brabus, 22. 12. '10 16:27
Energiesparlampen
Dass diese von der EU so forciert wurden hat nur etwas mit einer starken Lobby der führenden Hersteller (Philips und Co) zu tun. Oder glaubt wirklich jemand, dass auch nur irgendeiner der Sesselpubser in Brüssel eine Ahnung von der Technik und den daraus folgenden Konsequenzen hat ?
Berndorferbaer, 23. 12. '10 08:25
Re: Energiesparlampen
genau das ist das problem, da sitzen "aktenfuchser" und schreibtischattentäter herum und gaukeln dir was vor. da brauchst du keine techniker mehr, wenn eh die vom schreibtisch so gescheit sind. fazit: die HTL zusperren? da wäre es aber lustig.
brabus: frohe weihnachten!
brabus, 25. 12. '10 14:44
Re: Energiesparlampen
HTL zusperren ? Ich sehe da zwar den Zusammenhang nicht, kann aber versichern dass das Gegenteil notwendig wäre.
Pragmatiker, 22. 12. '10 12:32
Ich habe mich für Jahrzehnte mit "alten" Glühbirnen eingedeckt
Und bis die verbraucht sind gibt es mit Sicherheit was Besseres am Markt als die derzeitigen Sparlampen.
Berndorferbaer, 23. 12. '10 08:32
Re: Ich habe mich für Jahrzehnte mit
hallo: ich hab's leider übersehen. wenn die sparlampen wieder verboten werden, da werden philps osram und andere wieder quitschen. es ist doch auch mit den neonröhren das gleiche. es ist schauderhaft wenn leute, die aufpassen müßen, daß sie mit der hand nicht in den bleistiftspitzer kommen, was vorschreiben.
frohes fest pragmatiker!!!