Irak-Krieg, Afghanistan-Krieg, Depeschen:
Wikileaks legt sich mit der ganzen Welt an
- 28. November: Botschaftspapiere ins Netz gestellt
- Zuvor brisanten Enthüllungen zu den beiden Kriegen

Vor vier Jahren wurde sie gegründet, doch erst seit einigen Monaten ist ihr Name in aller Munde: Mit Veröffentlichungen geheimer US-Dokumente zu den Kriegen im Irak und Afghanistan sorgte die Enthüllungsplattform Wikileaks für einigen Wirbel. Und seit 28. November zittern Politiker auf der ganzen Welt vor den Veröffentlichungen der etwa 250.000 US-Botschaftsdepeschen.
Mit einem Video von einem US-Luftangriff in Afghanistan, bei dem mehrere Menschen starben, wurde Wikileaks im Juni schlagartig berühmt. Einen Monat später folgten an die 80.000 brisante Dokumente über den Krieg am Hindukusch ("Afghan War Diary").
Im Oktober werden rund 400.000 Dokumente online gestellt, die belegen sollen, dass u.a. Hunderte irakische Zivilisten an US-Checkpoints getötet wurden. Die als "Iraq War Logs" bezeichnete Sammlung sei das größte Leck in der Militärgeschichte, so WikiLeaks. Anhand der Dokumente könne der gesamte Krieg nachvollzogen werden. "So gut wie jeder militärische Zwischenfall" sei darin dokumentiert ("Iraq War Logs").
Seit 28. November werden mehr als 250.000 US-Botschaftsdepeschen veröffentlicht, die ein schlechtes Licht auf die Diplomaten der Vereinigten Staaten werfen. Verbündete Staaten und ihre Politiker bekommen in höchst undiplomatischem Ton ihr Fett ab, zudem wird bekannt, dass Außenministerin Hillary Clinton UN-Diplomaten ausspionieren lassen wollte ("Cablegate").
Wikileaks-Gründer Julian Assange wird einige Wochen nach "Cablegate" in Großbritannien festgenommen. Grundlage dafür ist ein Haftbefehl aus Schweden. Dort wird ihm Vergewaltigung vorgeworfen. Zudem wird gegen die Server und Bankkonten von Wikileaks vorgegangen. Sympathisanten der Enthüllungsplattform attackieren im Gegenzug die Webseiten der betreffenden Institute.
Aktuelle Infos zu Wikileaks gibt es hier
(apa/red)










