Sonntag, 14. November 2010

Richtig züchten verlangt bestimmte Kriterien So gelingt der große Wurf kleiner Welpen

  • Um züchten zu dürfen braucht man eine Zuchtstätte
  • Richtige Ernährung während der Tragzeit ist essentiell
 

Wenn es ums Züchten geht, sehen viele nur die Bilder putziger Welpen vor sich. Dass damit aber einige strenge Auflagen und viel harte Arbeit verbunden sind – nämlich noch lange bevor die Welpen das Licht der Welt erblicken –, wissen die wenigsten. Gerade heute, wo viele Tierheime aus allen Nähten platzen, sollte also nur gezielt und mit viel Hintergrundwissen gezüchtet werden.

NEWS-Tierwelt hat sich bei offiziellen Stellen und Experten erkundigt, welche Auflagen nun wirklich zur Zuchtzulassung erfüllt sein müssen und worauf man während der Trächtigkeit einer Hündin unbedingt achten muss.

Zuchtauflagen
Um züchten zu dürfen, braucht man zunächst eine eingetragene Zuchtstätte. Diese muss beim Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) beantragt und von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) freigegeben werden. Die vom ÖKV festgelegten Zuchtbestimmungen – wie etwa Gesundheit, artgemäße Entwicklung, rassetypisches Wesen, Zuchtreife und Formwert-Beurteilungen bestimmter Ausstellungen – müssen von allen Züchtern eingehalten werden.
„Die Auflagen können aber von einzelnen Rasseclubs verschärft werden. So verlangt der Österreichische Club für Britische Hütehunde einen Gentest“, so Katja Wolf, Pressesprecherin des Österreichischen Kynologenverbandes.
Jeder Wurf muss schließlich bei einem Zuchtwart angemeldet und von diesem kontrolliert sowie abgenommen werden. Der Zuchtwart wird, sofern nicht anders geregelt, vom jeweiligen Rasseclub bestimmt. Auch der ÖKV kon­trolliert die einzelnen Zuchtstätten jährlich, um sicherzustellen, dass alle Auflagen eingehalten werden. „Schwarze Schafe gibt es leider trotzdem immer wieder“, so Wolf.

Trächtigkeit 
Hündinnen sind rund 63 Tage trächtig. In dieser Zeit sollten sie nicht unkontrolliert herumtollen. Mit dem 22. Trächtigkeitstag kann man durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen, ob es auch wirklich „eingeschlagen“ hat.

„Werdende Mütter“ haben einen veränderten Nährbedarf. Im letzten Trächtigkeitsdrittel, wenn die Welpen stark an Gewicht zulegen und ihr Skelett entwickeln, steigt der Energiebedarf der Hündin markant. Ihr erhöhter Eiweiß-, Energie- und Mineralstoffbedarf muss beim Füttern unbedingt berücksichtigt werden. Je größer die Welpen werden, desto geringer wird die Magenkapazität der Hündin. Daher sollte man mehrere, dafür kleinere Portionen über den Tag verteilt füttern.

Das bringt die Trächtigkeit
Gewichtszunahme. Diese sollte 120 Prozent des Normalgewichtes nicht überschreiten.
Übelkeit. Auch trächtige Vierbeiner können sich am Anfang schlecht fühlen.
Welpenanzahl. Große Hunde bekommen in der Regel mehr Welpen als kleine Hunde.
Kontrollierte bewegung. Ist sehr wichtig und hilft, Schwergeburten vorzubeugen.
Wurffrequenz. Alle zwei Jahre ein Wurf.

14.11.2010 23:38