Karl will Studierenden ins Börsel greifen:
Studiengebühr von 800 Euro pro Semester?
- Wissenschaftsministerin verlangt mehr Geld für Unis
- Hochschulen nur mit Studiengebühren finanzieren?

·Studiengebühr von 800 Euro/Semester?
Karl will Studierenden
ins Geldbörsel greifen
·Ist für die Note
bald Bares fällig?
Ministerin Beatrix Karl will
Gebühren für Prüfungen
·Regierungskrach
zum Schulbeginn
Koalition gräbt wegen
Bildung Kriegsbeil aus
·Uni-Hürden hätten einen positiven Effekt
Studie: Offener Zugang hemmt die hohe Qualität
·Österreicher für Uni-
Zugangsbeschränkung
Umfrage: 81 % dafür. Hälfte auch für Gebühren.
In den vergangenen Monaten hat Wissenschaftsministerin Karl die Universitäten angesichts der Budgetkonsolidierung auf eine Stagnation ihrer Budgets ab 2013 vorbereitet. Nun will sie offenbar für mehr Geld kämpfen und meldet einen zusätzlichen Finanzbedarf von mindestens 250 Mio. Euro pro Jahr ab 2013 an, andernfalls müssten Unis geschlossen oder Professoren entlassen werden. Auch die Wiedereinführung von Studiengebühren steht zur Bekämpfung des Budgetlochs im Raum.
Der von Karl genannte Finanzbedarf würde bei den jeweils drei Jahre geltenden Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Bund in Summe 750 Mio. Euro für die Jahre 2013 bis 2015 bedeuten - oder rund elf Prozent mehr als in der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode 2010 bis 2012. In der derzeit laufenden Leistungsvereinbarungsperiode erhalten die Unis rund 6,51 Mrd. Euro - das ist laut Daten des Ministerium ein Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber der vorangegangenen Periode 2007-2009, die wiederum einen Zuwachs von rund zwölf Prozent gegenüber 2004 bis 2006 eingebracht hatte.
Studiengebühren von 800 Euro?
Der von Karl angemeldete Finanzbedarf übersteigt übrigens deutlich jene Einnahmen, welche die Universitäten durch Studiengebühren lukrieren konnten, bevor diese de facto abgeschafft wurden. Als Kompensation für die Streichung der Gebühren erhielten die Unis 150 Mio. Euro pro Jahr. Sollte also der Finanzbedarf von 250 Mio. Euro vollständig durch Studiengebühren abgedeckt werden, müssten diese wohl deutlich höher sein als die bisherigen 363,36 Euro pro Semester.
Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) geht nach einer ersten Überschlagsrechnung davon aus, dass jede(r) Student(in) demnach ungefähr 800 Euro im Semester zahlen müsste.
"Das würde eine finanzielle Katastrophe für Studierende bedeuten. Schon jetzt müssen 60 Prozent der Studierenden arbeiten, die meisten davon, um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können", kritisiert VSStÖ-Bundesvorsitzende Stefanie Grubich in einer Aussendung.
"Njet" der SPÖ
Vom Koalitionspartner der ÖVP werden Studiengebühren klar abgelehnt. Für SPÖ-Klubobmann Cap werden Studiengebühren "mit der SPÖ nicht wieder eingeführt". Österreich habe ohnehin zu wenige Akademiker. Das Bildungssystem sei "noch immer sozial zu selektiv", Studiengebühren würden die Situation verschärfen.
(apa/red)

