Montag, 6. September 2010

Faymann plädiert für Vermögenssteuer:
"Keine Neiddebatte, sondern Gerechtigkeit"

  • Sommergespräch: "Sparen an der richtigen Stelle"
  • Einkommen zwischen 1.500 und 3.000 Euro entlasten

Bundeskanzler Werner Faymann hat im ORF-Sommergespräch einmal mehr die Notwendigkeit von vermögensbezogenen Steuern betont. Gleichzeitig erklärte er, es müsse gespart werden. Die Ziele für 2011 lägen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite "bei je etwa 2,5 Prozent unseres Budgets", so Faymann. Von einer Neiddebatte, wie ihm sein Gesprächspartner, Magna-Vorstand Siegfried Wolf, im Zusammenhang mit der Vermögenssteuer vorwarf, wollte der SPÖ-Chef nichts wissen: "Für Neid bin ich nicht zu haben, aber für Gerechtigkeit".

Der Bundeskanzler verwies einmal mehr auf das sieben Punkte-Steuer-Programm seiner Partei zur Budgetkonsolidierung (unter anderem mit Bankenabgabe, Finanztransaktionssteuer und höherer Stiftungsbesteuerung), zu dem er seit vergangener Woche als achten Punkt eben auch die Vermögenssteuer zählt. Man habe das aber nicht jetzt alles auf den Tisch gelegt, "um morgen zwölf verschiedene Steuern in der Früh einzuführen". Vielmehr wolle man dem Koalitionspartner und der Öffentlichkeit zeigen, dass man nicht bei Forschung und Bildung sparen wolle und auch nicht durch die Einführung einer Mehrwertsteuer "im Supermarkt". Sparmaßnahmen müssten jedenfalls genau geprüft werden, vor allem, ob sie der Konjunktur und der Kaufkraft der Bevölkerung helfen oder schaden.

Zum Thema Vermögensbesteuerung betonte Faymann, Österreich gehöre zu jenen Ländern, wo Arbeit "besonders hoch", Vermögen "besonders wenig" besteuert werde. Ihm gehe es um die "durchschnittlichen Arbeitnehmer" - "die verdienen 1.500, 2.000, 2.500, vielleicht 3.000 Euro", so der Kanzler. Er verwies darauf, dass in Österreich auch mehr als zweieinhalb Millionen Menschen mit weniger als 1.000 Euro auskommen müssten, "davon etwa 300.000, die vierzig Stunden arbeiten".

Für Vermögenssteuer
Die von ihm in den Raum gestellte Vermögenssteuer ab einem Vermögen von 1 Million Euro könnte eine Besteuerung von "0,3, 0,5, 0,7 Prozent" aufweisen, so Faymann. Dem Vorwurf Wolfs, er schüre hier eine Neiddiskussion, konnte Faymann nicht abgewinnen. "Die Menschen fragen sich schon häufig, geht es gerecht zu? Und dazu gehört natürlich auch eine vermögensbezogene Diskussion. Das ist nicht Neid, sondern eine Frage der Gerechtigkeit." Eine Absage gab es erneut an die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer: "Das ist nicht auf unserer Liste". Auch bei der Grundsteuer sieht Faymann keinen Änderungsbedarf.

Damit konfrontiert, dass in Sachen Verwaltungsreform nur wenig weitergehe, sagte Faymann, man habe schon einiges getan, er verwies etwa auf die Nicht-Nachbesetzung von Dienstposten. Grundsätzlich gelte, Ja zum Sparen bei der Bürokratie, "aber Zerstörung der Leistung: Nein". Bezüglich der vom Rechnungshof geschätzten Einsparungspotenziale von 3 Mrd. Euro bei der Verwaltungsreform merkte der SPÖ-Vorsitzende an, dass diese Gelder ja nicht 1:1 beim Finanzminister landen würden, sondern zum Teil in andere Bereiche umgeschichtet werden sollten.

Lehrerdebatte
Zur aktuellen Debatte um die Lehrer und die Zuständigkeit der Länder sagte Faymann, die Diskussion sei älter als er selbst. Die Österreicher wollten eine "ordentliche Schule" und da gehe es "um mehr Fragen, als wo wer angestellt ist", wollte Faymann der Frage nicht zu viel Beachtung beimessen.

(apa/red)

6.9.2010 22:48
Vasant, 07. 09. '10 15:42
Der Faymann und seine SPÖ ...
Die kann man einfach nicht mehr ernst nehmen! Was die
abziehen, kann man nicht "Politik" nennen, sondern das
ist bereits ein Zustand!

Immer wenn Wahlen kommen, dann sind die dicken
Sprüche und Versprechen dran und wenn man sieht
(wir haben das nicht vergessen) was die seit diesen
sauteuren und unnötigen Neuwahlen abgezogen haben
und wie die sich an die ÖVP verschleudert haben, dann
kann man nur mehr den Kopf schütteln!

Die SPÖ und ÖVP machen nur mehr Politik für Brüssel
und nicht für Österreich! Das ist meine Meinung dazu
und daher muss man jetzt Parteien wählen, die sich
gerade in der Krise für unser Land einsetzen sprich
die FPÖ wählen!

Auch wenn Strache und die FPÖ in einigen Auftritten
sehr extrem wirken und provokant sind, sie sprechen
unsere Bedürfnisse direkt an und aus! PUNKT
Woppo, 07. 09. '10 09:24
Ders verdient hat, muß öfters Steuer zahlen, die Manager ,die
getrixt haben, oder die auf der faulen Haut liegen lachen die ehrlichen doch nur aus !
BadLieutenant, 07. 09. '10 13:16
Re: Ders verdient hat, muß öfters Steuer zahlen, die Manager ,die
Und wer entscheidet, ob ein Manager faul oder fleissig war, ob er engagiert ist und hart arbeitet oder nur "getrickst" hat?
Sie? Eine Regierungskommission? Der Finanzminister per Verordnung?

Es soll auch Besserverdiener geben die deswegen besser verdienen, weil sie hart dafür arbeiten. Schon einmal gehört?
Ferdiburli, 07. 09. '10 13:37
Re: Ders verdient hat, muß öfters Steuer zahlen, die Manager ,die
Verzeihung, aber ich glaube, Sie sind da ein wenig kleingeistig. Vielleicht gar ein verkappter Kommunist?
Ferdiburli, 07. 09. '10 08:37
Die, die weniger Vermögen haben,
haben sicher weniger gelernt oder weniger gearbeitet oder beides. Pech kann natürlich auch im Spiel sein.
Aber davor ist niemand gefeit.
Hat jemand im Zusammenhang mit "Vermögensgerechtigkeit" auch schon einmal von "Arbeitsgerechtigkeit" gesprochen ???
Susie4, 07. 09. '10 11:16
Re: Die, die weniger Vermögen haben,
Was ist daran "gerecht" wenn ich jemanden etwas wegnehme. Die Leute die mehr od. weniger Vermögen besitzen haben auch dafür etwas geleistet und wenn nicht sie selber, dann ihr Elter od. Großeltern. Wer hat das Recht zu sagen "du hast genug oder zuviel und musst mehr hergeben" - das ist Raub!!
Aber etwas wegnehmen kann man nur jemanden, der auch was hat - und das ist dann "Verteilungsgerechtigkeit" - zum kotzen!
BadLieutenant, 07. 09. '10 01:21
Sparen an der richtigen Stelle?
Fein! Also sofort ...

- Politikerbezüge -50% auf allen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinde)
- Ersatzlose Streichung der Wahlkampfkostenerstattung für die politischen Parteien
- Parteien müssen bei ihren Veranstaltungen wie jeder private Veranstalter mittels Security-Firmen auf eigene Kosten für Sicherheit sorgen (Einsparung von Überstunden bei der Exekutive)
- Bei jeder Anmeldung einer Demonstration hat der Organisator eine Bankgarantie vorzuweisen, ob er im Genehmigungsfall die anfallenden Kosten (Exekutive, Straßenreinigung im Anschluß, ...) auch decken kann (Verursacherprinzip)
- Streichung von Dienstfahrzeugen für Politiker aller Ebenen, Fahrtspesen für Privat-KfZ werden mit dem amtlichen Kilometergeld genau nach Fahrtenbuch abgegolten
- usw ....

Ob der Faymann DAS gemeint hat?
Musician, 07. 09. '10 11:02
Re: Sparen an der richtigen Stelle?
wahrscheinlich nicht, aber das wäre dann wirklich Gerechtigkeit :)

genauso und nicht anders.
Vasant, 06. 09. '10 22:26
Und die SPÖ regt sich über Strache und die FPÖ auf?
Solche möchtegern Rapper mit so einem Text treten bei
einer Veranstaltung auf, wo man Banner lesen kann wie
"Wir sind Wien"!?!? Also unser Wien soll ned zum Ghetto
werden, weil die SPÖ wieder einmal unfähig ist.

Urteilt selbst:

http://www.unzensuriert.at/001898-wir-fi-strache-sp-bringt-ihre-jugend-wahlkampfstimmung
smarterpetzie, 06. 09. '10 22:39
Re: Und die SPÖ regt sich über Strache und die FPÖ auf?
Du, entschuldige "Sie" verspritzen Ihren Geifer an der falschen Stelle. Der Kommentar ist hier an der falschen Stelle - und notwendig wie ein Kropf. Also: Themenverfehlung, nichtgenügend, setzen !!
Musician, 07. 09. '10 11:06
Re: Und die SPÖ regt sich über Strache und die FPÖ auf?
das Video ist zwar peinlich, aber ihre art und weise mal wieder alle über einen kamm zu scheren ist noch peinlicher