Razzia gegen Neonazis in Deutschland: Zahlreiche Wohnungen wurden durchsucht
- Ermittlungen richten sich gegen Organisation HNG
- Gruppierung umfasst derzeit rund 600 Mitglieder

Das deutsche Innenministerium geht gegen die neonazistische "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V." (HNG) vor: In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurden Räume der bundesweit agierenden Organisation durchsucht. Weitere Wohnungen und Büros führender Mitglieder wurden auch in anderen Bundesländern unter die Lupe genommen.
Laut Innenministerium in Berlin besteht der Verdacht, dass die Zwecke des Vereins und seine Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen und dass er sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet. Die zentral geführte HNG wurde 1979 gegründet und ist mit rund 600 Mitgliedern die größte neonazistische Organisation in Deutschland.
In ihren Aktivitäten ist die HNG laut dem baden-württembergischen Verfassungsschutzbericht (2009) absolut spezialisiert: Sie verfolge den selbst gestellten Auftrag, inhaftierte Gesinnungsgenossen unter anderem durch Rechtsberatung, Überlassung rechtsextremistischer Literatur und Vermittlung von Briefkontakten moralisch und materiell zu unterstützen, um sie auch während der Haftzeit sozial und ideologisch weiter an die rechtsextremistische Szene zu binden und somit die staatlichen Ausstiegsangebote zu unterlaufen.
Kontakte ins Ausland
Die HNG verstehe sich als organisationsübergreifendes Bindeglied für Neonazis im In- und Ausland, so der Bericht. Da viele ihrer Mitglieder zugleich auch anderen rechtsextremistischen Organisationen angehören, komme ihr als Integrations- und Vernetzungsfaktor innerhalb der Neonaziszene eine erhebliche Bedeutung zu.
(apa/red)
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