Freitag, 10. September 2010

Mobiles Sprungbrett in die dritte Dimension:
Das Gaming-Notebook Asus G51JX im TEST

  • Reicht die Konfiguration für flüssiges Spielen in 3D?
  • Das taugt der 15-Zöller von Asus mit Nvidia 3D Vision

Warum nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Nach diesem Motto dürfte Asus mit dem G51JX gehandelt haben: Einerseits wird dieses Notebook dem jahrelangen Trend gerecht, dass Konsumenten auch zuhause mobile Hardware gegenüber Desktop-PCs bevorzugen . Ohne wesentliche Einbußen hinsichtlich Leistung in Kauf nehmen zu wollen. Andererseits will es auch dort überzeugen, wo die digitale Welt erst seit kurzem (wieder) hinsteuert: In die Welt der stereoskopischen 3D-Darstellung. NEWS.at hat sich den neuen 15-Zöller genau angesehen.

In seiner Eigenschaft als Desktop-Replacement ist das G51JX sehr bullig geraten. Mit einem Kampfgewicht von fast 3,5 Kilo und verspielt designter Display-Rückseite wird dem Betrachter unmissverständlich nahegelegt, dass es sich um ein Hardware-Monster für Gamer handelt. Prinzipiell kann man auch von einer soliden Verarbeitung reden: Das Testgerät verfügt über geringe Spaltmaße, und eine hohe Verwindungssteifigkeit trifft zumindest auf die Recheneinheit zu. Möchte man auf hohem Niveau jammern, so könnte man anmerken, dass Display- und Tastaturrahmen eine Klavierlackoptik spendiert bekamen, die Fingerabdrücke genau "dokumentiert". Zum Glück ist die Handballenauflage aus gummiertem Kunststoff.

Erstes wirklich außergewöhnliches Merkmal des G51JX ist das Display. Um den Anforderungen von Nvidia 3D Vision - also der verwendeten 3D-Technik - gerecht zu werden, hat es eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Angenehmer Nebeneffekt: Die Augen werden auch im normalen 2D-Betrieb mit einem angenehm ruhigen und scharfen Bild verwöhnt. Wieder einmal nervig: Mit spiegelnder Oberfläche und hoher Blickwinkelabhängigkeit ist bei der Verwendung des G51JX in heller Umgebung dennoch viel Contenance gefragt.

Haptischer Durchschnitt, Maus vermisst
Die Eingabe des Asus-Neulings ist ein wenig durchwachsen. Durch den Umstand eines inkludierten Ziffernblocks sind die Tasten zunächst recht klein ausgefallen. Im Gegensatz zum kurzen und schwammigen Tastenhub kann man sich daran aber rasch gewöhnen. Arbeitstiere werden mit dieser Lösung jedenfalls nicht glücklich. Fairerweise muss man anmerken, dass das Notebook darauf auch nicht ausgelegt ist. Immerhin wurde die Tastatur insofern auf das dunkelheitsliebende Display abgestimmt, als dass sie eine Beleuchtung spendiert bekam.

Obwohl das Touchpad kein Multitouch versteht, konnte es mit akkuratem Erfassen der Fingerbewegungen und angenehm knackigen Buttons punkten. Was sich im Arbeitsalltag noch als gelungener Mausersatz entpuppt, stellt aber für Gamer ein absolutes No-Go dar. Gerade in seiner Ausrichtung als Spiele-Notebook hätte es dem G51JX daher nicht geschadet, wenn Asus noch eine Gamer-Maus ins Bundle packt. Das wäre jedenfalls sinnvoller gewesen als ein Blu-ray-Laufwerk, das in Kombination mit einer maximalen Displayauflösung von 1366x768 ohnehin nur bedingt Sinn macht. Und nebenbei bemerkt bei einem Preis von stattlichen 1650 Euro auch nicht zuviel verlangt wäre.

Viel Leistung, bei 3D dennoch am Limit
Der hohe Preis resultiert nicht aus irgendeiner Laune von Asus. Begründen lässt sich dies mit hochwertiger Hardware, die im G51JX verbaut wurde, um die hohen 3D-Anforderungen stemmen zu können. Immerhin kostet der Sprung in die dritte Dimension rund 40 bis 50 Prozent an Leistung. So verwundert es auch nicht, einen Intel Core i7 720QM mit 1,6 Ghz (im Turbo-Modus mit 2,8 GHz) und 8 GB Arbeitsspeicher sowie eine GeForce GTS 360M als Grafiktriebwerk vorzufinden.

Im 2D-Betrieb ermöglicht diese Konstellation durch die Bank wunderbar flüssiges Spielen - unter Verwendung maximaler Details. Ob Battlefield Bad Company 2, Colin McRae Dirt 2, Anno 1404 oder Split/Second Velocity: Alles überhaupt kein Problem. Der synthetische Benchmark 3D Mark 2006 untermauerte diesen Eindruck mit sehr guten 9.777 Punkten, nur das altbekannte “Sorgenkind” Crysis (Warhead) zwang die Hardware wieder einmal in die Knie.

Ganz anders verhält es sich im 3D-Betrieb. Hat sich der Wow-Effekt beim Blick durch die mitgelieferte 3D-Vision-Brille erst einmal gelegt, muss man nüchtern betrachtet feststellen, dass die Framerate aufgrund der zusätzlichen Bildberechnung empfindlich abstürzt. Und schon befindet man sich im Szenario durchschnittlicher Spiele-PCs, an den optischen Einstellungen herumschrauben zu müssen, um ein spielbares Ergebnis auf den Bildschirm zaubern zu können. Mal abgesehen davon, dass es nur eine bestimmte Zahl von Titeln gibt, die Nvidia 3D Vision nativ unterstützt und Spiele teilweise mühsam via Treiber "nachgerüstet" werden müssen.

FAZIT
Das G51JX ist sicherlich ein ambitionierter Wurf von Asus. Der 15-Zöller bietet jedenfalls viele Schmankerl, die das Gamer-Herz begehrt. Im 2D-Betrieb leistet sich der 15-Zöller kaum Schwächen, die Verarbeitung ist weitgehend hochwertig und auch das Gehäuse-Design gibt eindeutig zu verstehen, dass man nicht auf ein Diskonter-Notebook reingefallen ist.

Mit dem vermeintlichen Highlight, der 3D-Darstellung dank Nvidia-3D-Vision-Kit, ist das G51JX über weite Strecken leider überfordert. Die unterstützten Spiele schaffen zwar den Sprung in die dritte Dimension, meist muss man für den stereoskopischen Tiefeneffekt aber deutliche Abstriche in der Detailstufe hinnehmen. Uneingeschränkt empfohlen werden kann das G51JX also nur jenen Enthusiasten, die für einen recht wackeligen Blick in die Zukunft kein Problem damit haben, unverhältnismäßig tief in die Tasche zu greifen. (Benjamin Brandtner)

Eckdaten Testgerät
Bezeichnung: ASUS G51JX-IX052V
Bildschirm: 15.6 " HD Glare-Bildschirm (1.366x768)
Prozessor: Intel Core i7-720QM (Taktfrequenz: 1,6 GHz)
Grafikprozessor: NVIDIA GeForce GTS360M (1.024 MB GDDR5 VRAM)
Speicher: 8 GB DDR2 RAM (4 x 2.048 MB)
Festplatte: 500 GB S-ATA (7.200 U/min)

Anschlüsse/Konnektivität: 1 x DC-In, 1 x Externer Monitor, 1 x RJ-45, 1 x externes Mikrofon, 1 x Kopfhörer (Stereo), 1 x, 1 x HDMI (unterstützt das 1080p Signal Format), 1 x 8-in-1 CardReader, 4 x USB 2.0, WLAN (b/g/n), LAN, Bluetooth

Extras: Blu-ray-Laufwerk, NVIDIA 3D Vision, 2.0 Megapixel-Webcam, beleuchtete Tastatur

Maße: 375x 265 x 34 mm, 3,3 kg

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