Europaweite Razzia gegen Raubkopierer:
Auch PC der Uni Innsbruck beschlagnahmt
- Fahnder: Netzwerk verursachte 6 Mrd. Euro Schaden
- Haftbefehl gegen fünf Verdächtige bereits ausgestellt

·Schwere Geschütze gegen Raubkopierer
Briten starten Datenbank für Internet-Piraterie
·Streams verdrängen illegales Filesharing
Online-Piraterie gerät zunehmend ins Abseits
·Twitter ist uncool
und Piraterie im Trend
15-jähriger Studienautor sorgt für großes Aufsehen
·Personendaten von Provider schützbar
Raubkopierer müssen nicht verraten werden
Europaweiter Schlag gegen Raubkopierer: Fahnder haben in 13 Ländern rund 50 Computer beschlagnahmt und Beweismaterial sichergestellt, darunter auch einen Rechner der Universität in Innsbruck. Zehn Internet-Piraten wurden festgenommen. Bei ihnen handelte es sich um die Anführer von vier Gruppen aus Belgien, Norwegen, Polen und Schweden, berichtete die belgische Polizei.
Die vier Netzwerke hätten Filme und TV-Serien illegal per Internet verbreitet, teilte die federführende belgische Polizei am Mittwoch in Brüssel mit. "Der Schaden belief sich auf bis zu sechs Milliarden Euro weltweit", sagte ein Polizeisprecher. Die Gruppen seien verantwortlich für 80 Prozent aller neuen, illegal online gestellten Filme auf Niederländisch gewesen.
Bei Hausdurchsuchungen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, Kroatien, Tschechien und Ungarn stellten die Beamten Beweismaterial sicher. Auch auf eine österreichische IP-Adresse war man im Zuge der von der Europol koordinierten Aktion gestoßen. Der dazugehörige Computer war ein öffentlich zugänglicher PC an der Uni Innsbruck, sagte ein Sprecher des Bundeskriminalamtes in Wien.
Haftbefehl gegen fünf Verdächtige ausgestellt
Gegen fünf Verdächtige aus Belgien wurden Haftbefehle wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Piraterie, Betrug und Hacking erlassen. Bei der Aktion legten die Beamten einen der zentralen Server still, der in der Nähe der flämischen Stadt Gent stand, und deaktivierten die entsprechenden Internet-Seiten.
Die niederländische Urheberrechts-Organisation Brein begrüßte das Vorgehen der Polizei. "Diese Gruppen sind die Quelle illegaler Bestände im Internet und verursachen Milliardenschäden", schrieb die Stiftung in einer Stellungnahme. (apa/red)
