Freitag, 10. September 2010

Aufsichtsrat tagt wegen Skylink-Debakel:
Kritik und Empfehlungen des Rechnungshofs

  • In vier Wochen über Vorstandspersonalia entschieden
  • Einmonatige Frist für ausführliche Stellungnahme

Der Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG hat bei seiner Sitzung erwartungsgemäß keine Personalentscheidung getroffen. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die des Rechnungshofes zu dem Skylink-Debakel in den Grundlagen vorgestellt, nun ist der Vorstand gefordert, eine einmonatige Frist für eine ausführliche Stellungnahme zu nützen.

Dann wird in einer neuerlichen Aufsichtsratssitzung entschieden, ob etwaige Personalveränderungen anstehen, so Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Herbst nach Sitzungsende zur APA. Beim Flughafen-Zubau Skylink sind in der Vergangenheit die Kosten explodiert, schuld daran will aber niemand gewesen sein. Bestimmende Aktionäre am Flughafen sind die Länder Wien und Niederösterreich, der Vorstand ist laut Kritikern zwischen dem "roten" Wien und dem "schwarzen" Niederösterreich aufgeteilt.

Im Vorfeld hatten verschiedene Medien spekuliert, dass das Skylink-Debakel dem Flughafen-Vorstand, zumindest aber Vorstand Herbert Kaufmann, den Job kosten könnte. Der RH hat dem Vorstand insgesamt einen Monat Zeit für eine Stellungnahme gegeben. Die Länder Wien und Niederösterreich haben drei Monate Zeit, um zu den sie betreffenden Kritikpunkten im RH-Rohbericht Stellung zu beziehen.

Beim Projekt "Skylink" sind Kosten und Zeitplan aus dem Ruder gelaufen. Der Flughafenausbau wurde bereits Ende der 1990er Jahre geplant. In vier Jahren Bauzeit sollten ursprünglich rund 400 Mio. Euro in das neue Terminal - "Skylink" investiert werden. Die Fertigstellung war für Juni 2008 geplant. Mittlerweile belaufen sich die Kosten auf zumindest 830 Mio. Euro. Die Fertigstellung ist nun bis 2012 geplant.

(apa/red)

10.9.2010 20:20