Donnerstag, 9. September 2010

EU kippt Österreichs Glücksspielmonopol:
Konzession für Casinos Austria rechtswidrig

  • Heimische Vorschriften verstoßen gegen Unionsrecht
  • Deutscher Kläger gab den Anstoß zum EU-Verfahren

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Regelungen zum österreichischen Glücksspielmonopol gekippt. Die Vergabe der Konzessionen an Casinos Austria stehe nicht im Einklang mit EU-Recht, hieß es. Kritisiert wird, dass bei der Konzessionsvergabe "keine Ausschreibung stattgefunden" hat. Finanzstaatssekretär Lopatka verwies auf das bereits in Kraft getretene neue Glücksspielgesetz.

Der EuGH kritisierte weiters eine "Ungleichbehandlung" und eine "mittelbare Diskriminierung". Der Gerichtshof erklärte in seinem Urteil, dass die Verpflichtung der Inhaber von Spielbankkonzessionen, ihren Sitz im Inland zu haben, eine Beschränkung der Niederlassungsfreiheit darstelle.

Gegen die Regelung hatte ein deutscher Staatsbürger geklagt, der zwei Spielbanken in Österreich betrieben hatte, ohne sich vorher bei den heimischen Behörden um eine Konzession beworben zu haben. Im Ersturteil wurde er verurteilt, unerlaubt Glücksspiele veranstaltet zu haben und erhielt eine Geldstrafe von 2.000 Euro. In der Berufung hat das Landesgericht Linz den EuGH um eine Vorabentscheidung ersucht.

Pilz fordert neues Glücksspielgesetz
Der für Glücksspiel zuständige Finanzstaatssekretär Lopatka betonte nun, dass das im Sommer 2010 in Kraft getretene Glücksspielgesetz die EuGH-Entscheidung bereits berücksichtige. Der Grün-Abgeordnete Pilz, der das Urteil begrüßte, sah das anders. "Mit dieser Entscheidung muss nun das Glücksspielgesetz völlig neu verfasst werden", meinte er.

Für Friedrich Stickler, Präsident der Europäischen Lotterien und Vorstand der Österreichischen Lotterien, ist das EuGH-Urteil "keine wirklich große Überraschung", wie er der APA sagte. Generell sieht er die Casinos-Austria-Gruppe "sicherlich gut" auf eine mögliche neue Konkurrenz vorbereitet.

(apa/red)

9.9.2010 15:23
Vasant, 09. 09. '10 14:33
Glücksspiel gehört generell verboten!
Überall siehst nur mehr diese z.B. Admiral Wettbüros usw.
und wenn man sich dann anschaut, was da für "Klientel" oft
rein und rausgeht, dann denk ich mir oft ... warum, werden
Leute (die offensichtlich süchtig sind) noch mehr in diverse
Hoffnungen (Reichtum, Glück etc.) getrieben?

Und als ich auf ATV eine Reportage über ein Pärchen
gesehen habe, dass in ein bestimmtes Casino nach
Baden gefahren ist und "zufällig" als die Kamera dabei
war auf eine Zahl gesetzt hat und diese dann auch rein
"zufällig" gekommen ist, da habe ich mir auch meinen
Teil dazu gedacht;) Ist Glück vielleicht doch kein Zufall;)

Jetzt werden 15 Lizenzen in Österreich vergeben und
man bietet nun auch anderen Anbietern aus dem EU
Raum die Möglichkeit, hier sowas abzuziehen? Sowas
gehört generell verboten!
freud0815, 09. 09. '10 17:28
Re: Glücksspiel gehört generell verboten!
solange der staat ordentlich mitkassiert wird nichts verboten
an jedem süchtigen verdienen die sich dumm und dämlich, egal obs alk, nikotin, spiel oder heroin usw ist
der mensch dahinter juckt keinen solange es in der börse raschelt
stabilis, 09. 09. '10 19:57
Re: Glücksspiel gehört generell verboten!
Glückspiel kann nicht verboten werden! Es ist ein (leider) Grundbedürfniss! Der Staat kann es nicht regeln. Einzig Regelwerke nach Fairness etc. sind sinnvoll sowie die Pflicht nach Aufklärung und Suchthilfe.

Strenge Regelung, gute Steuern für den Staat - so gehts - ala Las Vegas!
peter1722, 09. 09. '10 14:07
Freunderlwirtschaft
Endlich wurde der Cv-Packelei ein Riegel vorgeschoben und die unter dem Deckmantel des Monopols betriebene Freunderlwirtschaft aufgedeckt.
Stoss und Konsorten werken hier als würde es keine Gesetze geben.
Als Alibi fließen Millionen in den Sport wo sich wieder alles in Selbstbedienung umwandelt.
Siehe das "neue Öoc" wo offen und für jedermann ersichtlich Gelder an Cvler verteilt werden.
Dogudan,Hofherr,Oberhauser und co haben ihre eigene Gelddruckmaschine endlich für sich.
brabus, 09. 09. '10 14:59
Re: Freunderlwirtschaft
Richtig erkannt. Und ähnliche Konstrukte gibt es auch anderweitig. Alles nur Grundlage für den Futtertrog von Politikern und deren Mitläufern. Oder die Basis für Korruption and Mafianetzwerk.