Montag, 6. September 2010

Lohnverhandlungen: Lopatka sieht "keine Reformbereitschaft" bei ÖBB-Gewerkschaft

  • Eine Abgeltung der Inflation wäre "null Beitrag"
  • "Konkrete Vorschläge" von Management gefordert

Das Polit-Gezänk um die Bundesbahnen reißt nicht ab. "Die Gewerkschaft der Bundesbahnen zeigt keine Reformbereitschaft", urteilte ÖVP-Finanzstaatssekretär Lopatka am Montag über den Stopp der Lohnverhandlungen bei den ÖBB. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter wies die "Angriffe" von Lopatka zurück und forderte Finanzminister Pröll auf, das "Schlechtmachen" des Konzerns durch Lopatka abzustellen.

Die Unternehmensführung unter dem neuen ÖBB-Chef Kern sei zwar seit mehr als 100 Tagen im Amt, habe jedoch bisher keine Vorgehensweise bezüglich der "zu hohen Gehälter und Pensionen" präsentiert. Man sage nur "Bund, zahle", nun sei es jedoch an der Zeit, die "überdurchschnittlichen Gehälter" bei den ÖBB anzupassen. Dabei werde sich zeigen, ob es Kern gelinge, sich gegenüber dem "übermächtigen Gewerkschaftsboss Haberzettl" durchzusetzen.

Zur Deckung des hohen Haushaltsdefizits brauche der Staat Beiträge "von allen Gruppen, auch von der großen Gruppe der ÖBB-Mitarbeiter". Dies wäre bei einer Abgeltung der Inflation nicht der Fall. Er sieht "null Beitrag" zum Staatshaushalt. Zudem gebe es Nulllohnrunden "in mittlerweile 22 EU-Staaten", auch in Österreich müsse man diesbezüglich "endlich Einsicht zeigen". Für die Aufsichtsratssitzung am Donnerstag forderte er "konkrete Vorschläge" vom neuen Management der ÖBB, so Lopatka zur APA.

Verbissene Angriffe auf ÖBB
Kräuter wies die "neuerlichen verbissenen Angriffe" von Lopatka zurück und forderte Finanzminister Pröll auf, "endlich das gezielte und systematische Schlechtmachen des ÖBB-Konzerns durch seinen Staatssekretär abzustellen." Das ÖBB-Bashing komme sowohl dem Unternehmen als auch der heimischen Wirtschaft und den Steuerzahlern teuer zu stehen. Infrastrukturministerin Bures sieht die ÖBB angesichts von Krise, Budgetkonsolidierung und wachsendem Konkurrenzdruck vor "großen Aufgaben". Sie sieht die "Neuaufstellung" der ÖBB "auf gutem Weg".

Der ÖBB-Konzernbetriebsrat beschloss am Montag die Abhaltung von Informationsveranstaltungen zur laufenden Lohnrunde. Die Aktionen finden zwischen 20. und 30 September österreichweit statt und werden so abgehalten werden, dass es zu keinen Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs kommt, erklärte die Gewerkschaft.

(apa/red)

6.9.2010 15:45
Woppo, 07. 09. '10 09:34
Lopatka ist ein eigenes Kapitel für sich ! Was ist mit Huber ,
wegen Erfolglosigkeit,bekam er noch viel Geld ,da sagte er aber nichts dazu ?
Bananenbiager, 06. 09. '10 22:37
Lopatka
wach auf. Wenn Sie als Minister der Meinung sind, ein Betrieb wie die ÖBB sei auch nur im Jahre 3010 als halbwegs rentabel zu füren zu sein dann- mein Lieber - sparen sie uns Ihre Kosten.
Das global gesehen - die Bahn- als Massenbeförderungsmittel installiert wurde kann keiner bestreiten. Damit bitte-

lassen sie die Kirche im Dorf- wer als Regierungspartei dem Zentralbahnhof UND dem Neubau des Westbahnhofs -

ZUR GLEICHEN ZEIT zustimmt, der sollte sehr, sehr besonnen und effizient sein.

Doch das ist ihr Handikap
glaka43, 06. 09. '10 14:55
Eisenbahnhasser-Amtszeit
Der Lopatka ist schon ca. 640 Tage im Amt und kann ausser Eisenbahner schikanieren nicht viel.Jetzt will er vom neuen ÖBB Chef Kern nach 100 Tagen schon eine neue positive Bilanz sehen. Ich glaube, der Lopatka ist sich nicht bewußt, dass er eigentlich am besten zur Budgetsanierung betragen kann, wenn er sich aus der Politik entfernt und zur ÖBB wechselt. Wenn die "normalen" (kleinen) Eisenbahner sooo "überdurchschnittliche" Gehälter haben, kann es ihm dabei ja gar nicht so schlecht gehen! Ein Job im neuen elektronischen Großraumstellwerk in Villach wäre super für ihn...könnte jeden Tag für ca.2000.- € aus der Oststeiermark dorthin hinpendeln - traumhaft....