Österreich enttäuschte auf ganzer Linie:
Constantini "beunruhigt das aber nicht"
- ÖFB-Team in EM-Quali plan-, hilf- und ideenlos
- Teamchef hatte in Schlussphase um Job gezittert

·ÖFB-Team plan-,
hilf- und ideenlos
Teamchef Constantini
"beunruhigt das nicht"
·Constantini will Linz-
Experiment fortsetzen
Spielte gegen Kasachstan
als hängender Stürmer
·Team startet mit Zittersieg in EM-Quali
2:0 vs. Kasachstan durch zwei Tore in Nachspielzeit
·Durchgefallen: ÖFB-
Kicker in Einzelkritik
Kollektives Versagen beim Sieg vs. Kasachen
·Salzburg: Gellendes Pfeifkonzert für Team
Spieler verärgert über Publikum und den Rasen
·Besser spät als nie: Sieg in Nachspielzeit
BILDER vom Spiel der ÖFB-Elf gegen Kasachstan
Pflichtsiege sind mitunter die schwersten. Die Leistung der Nationalmannschaft gegen Kasachstan war aber alles andere als eine Offenbarung. Das musste auch Teamchef Dietmar Constantini nach dem erzitterten 2:0-Sieg zum Auftakt der EM-Qualifikation eingestehen. "Mich beunruhigt das aber nicht. Es ist eine reine Kopfgeschichte", sagt Constantini. "Außenseiter haben es vom Kopf her immer leichter."
Beunruhigt war Constantini laut eigenen Angaben nur in der Schlussphase, als sein Team mit dem Latein am Ende wirkte. Bei einem Remis wäre vermutlich auch der Job des 55-jährigen Tirolers zur Diskussion gestanden. "Es wäre möglich gewesen", gestand Constantini. Nun darf er das ÖFB-Team aber auch auf die nächsten Quali-Spiele am 8. Oktober in Wien gegen Aserbaidschan und vier Tage später in Brüssel gegen Belgien vorbereiten.
Die Belgier sind nach knappen Niederlagen gegen Deutschland (0:1) und die Türkei (2:3) noch ohne Punkt. "Die beiden Favoriten sind vorne. Doch auch mit einem schlechten Spiel kann man gewinnen, das hat man bei uns gesehen", sagte Constantini. Sein Team habe die Chancen in der Anfangsphase nicht genutzt, dadurch sei es ein "Stressspiel" geworden. "Das ist aber besseren Mannschaften als uns auch schon passiert", erinnerte der Teamchef.
Suche nach Führungsspieler
Zu einer Topmannschaft fehle der ÖFB-Equipe noch einiges - unter anderem eine Führungspersönlichkeit, die das Spiel in schwierigen Phasen ordnen könnte. "In der Kabine gibt es drei bis vier Spieler, die das Heft in die Hand nehmen", versicherte Constantini. Auf dem Platz wäre jemand, an dem sich die jungen Spieler ob dessen Leistung anhalten können, aber mindestens ebenso wertvoll.
Tatsächlich war der Spielaufbau immer mehr von Hektik und entsprechend vielen Fehlern geprägt gewesen. "Selbstsicherheit ist das Wichtigste. Die haben wir nicht gehabt", bestätigte Constantini. "Wir haben die Bälle zu langsam nach außen gespielt und zu viele Ballverluste gehabt. Die Spieler sind aber selbstkritischer als viele denken." Auf den schlechten Rasen dürfe sich niemand ausreden, zumindest habe seine Mannschaft Geduld gezeigt.
Acht Tage hatte sich Constantini in Flachau mit seiner Mannschaft auf den Quali-Start vorbereitet. Ordnung schien dennoch sehr wenig im Spiel. "Bundesliga-Teams trainieren oft ein ganzes Jahr miteinander und spielen dann auch schlecht", entgegnete der Teamchef, der wegen Terminschwierigkeiten auf eine geplante zusätzliche Zusammenkunft von 13. bis 18. Dezember verzichten wird.
Legionäre müssen in diesem Zeitraum nicht abgestellt werden, Salzburg und Rapid befinden sich zudem noch im Europa-League-Einsatz. "Es wird leider nichts", bestätigte Constantini. Dabei hätte er das Camp gerne abgehalten. Kasachstans Trainer Bernd Storck, der erst vergangene Woche 0:3 gegen die Türkei verloren hatte, zog nämlich einen treffenden Vergleich: "Die Türkei hat international mehr Erfahrung und wirkt eingespielter als Österreich."
(apa/red)
