Donnerstag, 11. November 2010

Eine gefühlvolle Vater-Tochter-Story ohne Kitsch: "Somewhere" von Sofia Coppola

  • Über Schauspieler, der durch Tochter zum Mann wird
  • Stephen Dorff und Elle Fanning können überzeugen

Sofia Coppola lässt sich gerne viel Zeit für ihre Filme. Drei Jahre vergingen zwischen ihrem preisgekrönten Werk „Lost in Translation“ (2003) und dem Kostümfilm „Marie Antoinette“ (2006). Erneut vier Jahre später kommt nun ihre neueste Arbeit "Somewhere" ins Kino.

Wie auch schon Coppolas Oscar-Film „Lost in Translation“ handelt „Somewhere“ von einem Schauspieler. Johnny Marco (gespielt von Stephen Dorff) wirkt ein wenig verloren in seinem eigenen Leben. Er wohnt in dem bekannten Hotel „Charteau Mormont“ in Los Angeles und verbringt seine Zeit mit Frauen, Stripperinen, Partys und seinem Ferrari. Nichts davon scheint jedoch Sinn für ihn zu machen, schläft er doch zunächst bei einer privaten Gogo-Show und dann auch noch während dem Sex ein. Erst als er dann einmal mehr als die sonst üblichen paar Stunden Verantwortung für seine elfjährige Tochter Cleo übernehmen muss, da deren Mutter plötzlich „für einige Zeit“ weg fährt, scheint langsam wieder Leben in Johnny zu kommen. Die beiden kommen sich näher und es entwickelt sich vorsichtig eine schöne Vater-Tochter-Beziehung, die Johnnys Leben wieder Sinn verleiht.

Hotel erneut Schauplatz
„Der Film erzählt von Johnny Marco, der durch seine Tochter zum Mann wird“, so fasst Stephen Dorff seine Rolle kurz und bündig zusammen. Seine Regisseurin nickt zustimmend und fügt hinzu, „ich schaue mir eben gerne Personen an, die in einem Stadium der Veränderung sind.“ So die beiden bei der Vorstellung des Filmes beim Filmfestival in Venedig. Diese Neigung zur Beobachtung ist auch mit ein Grund, warum der Film, wie ebenfalls bereits „Lost in Translation“, in einem Hotel spielt: „Nichts ist konstant, alles verändert sich immer. Man begegnet ständig neuen Menschen“, so Coppola. „Außerdem kenne ich mich damit aus, immerhin bin ich selbst in Hotels aufgewachsen.“





Durch diese vielen Ähnlichkeiten drängt sich natürlich der Vergleich mit „Lost in Translation“ auf. „Somewhere“ kommt dabei zwar nicht an Coppolas Oscar-gekröntes Meisterwerk heran, dennoch ist der Film sehenswert.

Gefühlvoll, ohne kitschig zu werden
„Somewhere“ ist ein ruhiger Film mit schönen, poetischen Bildern und tollen Schauspielern (sowohl Stephen Dorff als auch die 12-jährige Elle Fanning, die jüngere Schwester von Dakota Fanning können überzeugen). Gefühlvoll erzählt die Regisseurin die Vater-Tochter-Geschichte ohne dabei kitschig zu werden, sondern mit vielen netten kleinen Alltags-Szenen, die zum Schmunzeln anregen.

Den Film gerade in Venedig das erste Mal zu präsentieren, erwies sich übrigens auch als durchaus geschickter Schachzug der Produzenten, immerhin reist Johnny Marco im Film mit Tochter Cleo gerade nach Italien, um seinen neuesten Film zu promoten und absolviert einen (überhaus lustigen) Auftritt in einer italienischen TV-Show. Dass das dem Film beim Pulikum in Venedig einen zusätzlichen Pluspunkt verschaffen würde, war abzusehen und trug sicherlich auch seinen Teil dazu bei, Coppola zum "Goldenen Löwen" zu verhelfen.

Nina Edler

11.11.2010 16:47


Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

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Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

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