Donnerstag, 16. September 2010

Nicht viel zu lachen gibt es bei "Beilight": Parodie auf "Twilight" eher derb und plump

  • Jedoch ein paar nette Ansätze und tolle Bella-Parodie

Vampire, die im Sonnenlicht glänzen, Werwölfe die wie die Chippendales wirken und schnulziges Teenie-Gesäusel. Das alles ist in der Twilight-Saga vorhanden. Kein Wunder also, dass eine Parodie auf die kommerziell wahnsinnig erfolgreiche Vampir-Geschichte nicht lange auf sich warten ließ.

„Wer den Erfolg hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Oder: Ein echter Blockbuster braucht eine Parodie!“ Mit dieser Ansage wird der Film „Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“ beworben. Und genauso plump wie diese Ankündigung und auch der Titel ist der gesamte Film von Jason Friedberg und Aaron Seltzer („Scary Movie“, „Agent 00“).

Inhaltlich ist der Streifen - bis auf ein paar kleine Änderungen (aus Bella wird Becca und aus den Cullens werden die Sullens sowie Sporks statt Forks) - komplett an die Original-Vampir-Romanze angelehnt: Becca steht zwischen ihren beiden Jungs, dem super gestylten Edward auf der einen und dem Werwolf Jacob, der eher wie der „schwule kleine Bruder“ wirkt und ständig Katzen hinterher jagt, auf der anderen Seite. Außerdem schwebt Becca durch ihre Beziehung mit Edward in ständiger Lebensgefahr (sind doch auch seine Brüder und Schwestern allesamt Vampire). Und dann ist da noch der Abschlussball, mit dem Beccas „beste Freundin“ Jennifer die Gute andauernd nervt; sowie ihr Vater, der Sheriff, der Becca immer noch im Tragesitz vor dem Bauch herumträgt.

Gute Parodie auf Bella
Um mit den positiven Seiten dieser Vampir-Parodie zu beginnen, muss zunächst die Leistung der Hauptdarstellerin Jenn Proske hervorgehoben werden. Nicht dass diese durch ihr besonderes Schauspiel-Talent hervorstechen würde, doch die Parodie der echten Bella (Kristen Stewart) ist mehr als gelungen. Ebenso wie Bella in „Twilight“ ist Becca in „Beililght“ gekennzeichnet von ihrer gebückten Haltung, dem ständigen nervösen Zucken, dem fehlenden Selbstbewusstsein und dem aus Ängstlichkeit ständig gesenkten Blickes. Proske dürfte die Original-Vorgabe dafür genauestens studiert haben.

Pluspunkt für Kostüme und Schauplätze
Ebenso detailgetreu ist die Nachahmung der Schauplätze. Bei jeder Szene erkennt der „Twilight“-Fan sofort, was nun passieren wird – und muss nur noch auf den Gag darin warten. Auch bei den Kostümen wurde genauestens gearbeitet. So sieht man Becca in ihren Jeans, Hemdchen und mit Schulranzen und Edward trägt meist die seine graue Jacke über einem blauen Hemd.

Nette Versuche gibt es ebenfalls bei den Anspielungen auf diverse andere aktuelle Themen, Figuren oder Medienproduktionen. So zum Beispiel sieht man die „bösen“ Vampire in Italien (das sich im Endeffekt doch nur als Kulisse des Schulballs entpuppt) „True Blood“ trinken, ein Seitenhieb auf die erfolgreiche TV-Serie. Ebenfalls gibt es eine zum Schmunzeln anregende Anspielung auf Profi-Golfer Tiger Woods und dessen unzählige Seitensprünge. Auch der gesamte Vampir-Hype wird in einer Szene auf die Schaufel genommen.

Sonst eher plump und derb
Dies sind jedoch leider die wenigen Ausnahmen, die den Zusehern von „Beilight“ doch den einen oder anderen Lacher abringen könnten. Die überwiegende Zeit muss man sich jedoch mit plumpem bis hin zu ziemlich derbem Humor („Ich wollte schon Ballkönigin werden, als ich noch ein Samen im Schwanz meines Vaters war“) abfinden. Die paar lustigsten Szenen wurden leider bereits alle im Trailer verbraten (wie zum Beispiel auch die als eine Art Chippendales tanzenden Werwölfe). Fazit: Der Trailer bringt wohl sogar eingefleischte „Twilight“-Fans zum Schmunzeln, der Film jedoch leider nicht einmal die größten „Twilight“-Kritiker. Also besser beim Trailer bleiben, außer man ist ein Liebhaber von ebenso unlustigen und plumpen Komödien à la „Scary Movie“.

(nie)

16.9.2010 16:05


Kino

Hugo Cabret

Abenteuer - USA, 2012

Regie: Martin Scorsese

Mit: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley, Jude Law, Emily Mortimer

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