Bissiger Wahlauftakt der Wiener Grünen:
"FPÖ gehört in Mistkübel der Geschichte"
- Auch "Fernsehprediger" Häupl bekommt sein Fett ab
- Startschuss der Grünen mit altem Hasen & Lichtshow
·Die Parteichefin, die eigentlich keine ist
Grünen-Spitzenkandidatin
Vassilakou im PORTRÄT
·Glawischnig holt nun zum Gegenschlag aus
"Kein Verständnis" für Wechsel von Schennach
Die Arena 21 wurden für den Wahlkampf-Auftakt der Wiener Grünen in grünes Licht getaucht - sogar grüne Enzis zeigten ihre Zugehörigkeit im Hof des Museumsquartiers in Wien. Trotz des herbstlichen Wetters kamen die Politiker standesgemäß mit Elektrofahrzeugen wie Segways, Elektroscootern und E-Fahrrädern angereist. Kritik gab es vor allem für die SPÖ sowie die Partei, die laut Maria Vassilakou in den "Mistkübel der Geschichte" gehöre: die FPÖ.
Eine vierköpfige, polnische Swing-Band sowie die anwesenden Kinder und Hunde spiegelten die familiäre Atmosphäre wieder. Vor insgesamt rund 300 Gästen gaben die Grünen ihren gut einstündigen Wahlauftakt. Kabarettist Werner Brix moderierte die Veranstaltung, die Themen überlasse er jedoch "lieber den anderen". Für Gehörlose wurde alles in Gebärdensprache übersetzt.
Nur die grüne Hintergrundwand der Bühne erstrahlte in rotem Licht - ebenso zeigte sich die Klubobfrau Maria Vassilakou in ihrer halbstündigen Rede kämpferisch für Rot-Grün und meinte: "Wir wären verdammt blöd, wenn wir diese Chance vertun." Und weiter: "Wir kämpfen für die Gartenzwergigkeit des Denkens."
Vassilakou beschwört die Sensation
Es sei ein entscheidender und zugegeben schwieriger Wahlkampf, an dessen Ende jedoch eine "Sensation von österreichischer und europäischer Dimension" stehe könne, so Spitzenkandidatin Maria Vassilakou.
Trotz Kooperationsambitionen mit der SPÖ sparte die Spitzenkandidatin freilich nicht mit Kritik an der Mehrheitsfraktion. Bürgermeister Michael Häupl sei - wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache - ein "Fernsehprediger". Die Grünen würden sich unter anderem darin von den Roten unterscheiden, dass sie für die Zukunft der Stadt arbeiteten und nicht für die Zukunft der eigenen Parteikassen und -freunde.
FPÖ: Ab in den Mistkübel
Die FPÖ wiederum habe in Wien nichts verloren. "Sie gehört dorthin, wo sie am liebsten herumwühlt: in den Mistkübel der Geschichte", so Vassilakou. Als Vizebürgermeisterin werde sie daran arbeiten, dass aus Strache das werde, was er verdiene - "ein würdiger Lugner-Nachfolger in der Societyberichterstattung".
"Vergiss es, na und?!"
Ex-Bundessprecher Alexander Van der Bellen, der für Wien in vier Wahlkreisen um Vorzugsstimmen buhlt, sah die monatelangen internen Streitigkeiten offenbar lockerer: "Persönliche Querelen? Vergiss es, na und?!" Man habe nach der Wahl freilich einiges zu besprechen, aber aktuell gelte: "Ich möchte ins Rathaus, Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin und mindestens sieben Stadträte für die Grünen", so der Herr Professor nicht ganz ironiefrei.
Verbale Schützenhilfe ließ Glawischnig Vassilakou zuteilwerden, die auch stellvertretende Bundessprecherin ist: "Wien braucht politisch denkende und handelnde Menschen - und so ein Mensch ist Maria Vassilakou."
(ele)
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