Raus aus dem Häfen: Am 21. September
wird Helmut Elsner vermutlich enthaftet
- Experten: Bewilligung für Fußfessel ist nur Formsache
- Anklagebehörde stellt sich weiterhin gegen Enthaftung

·Helmut Elsner beantragt Fußfessel
Ex-BAWAG-Chef bald nur noch unter Hausarrest?
·Mit Fußfessel die Reststrafe absitzen
Elektronisch überwachter Hausarrest tritt in Kraft
·Gefängnisse sind
voll bis unter das Dach
Kapazitäten der Justiz erreichen Schmerzgrenze
·Hoffnungsschimmer
für Helmut Elsner
Ab Herbst: 500 Häftlinge
erhalten Elektro-Fußfessel
·Die elektronische Fußfessel kommt
Bandion-Ortner: "Neue Ära im Strafvollzug"
Für Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner dürften sich am 21. September nach dreieinhalb Jahren U-Haft die Gefängnistore öffnen. Der zuständige Haftrichter Christian Böhm hat auf diesen Tag die Haftverhandlung anberaumt, in der entschieden wird, ob der mittlerweile 75-jährige Ex-Banker von seiner Zelle in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in den elektronisch überwachten Hausarrest wechseln darf.
Justizexperten gehen davon aus, dass die gerichtliche Bewilligung der Fußfessel nur mehr Formsache ist, nachdem selbst die Staatsanwaltschaft Wien keine Einwände gegen einen entsprechenden Antrag von Elsners Rechtsvertretern vorgebracht hat. "Helmut Elsner erfüllt sämtliche Voraussetzungen, die für die Fußfessel gesetzlich vorgesehen sind", sagte dazu Maria-Luise Nittel, die Leiterin der Anklagebehörde.
Anklagebehörde ist gegen Enthaftung
"Herr Elsner ist angenehm überrascht, dass die Staatsanwaltschaft sich unserem Antrag nicht in den Weg gestellt hat", meinte dessen Anwalt Karl Bernhauser. Sein Mandant erwarte sich nun, "dass das Gericht nicht päpstlicher als der Papst ist, zumal die Staatsanwaltschaft bisher ja eine harte Linie gefahren hat". Die Anklagebehörde hatte sich bis zuletzt gegen eine Enthaftung des herzkranken Ex-BAWAG-Generaldirektors aus medizinischen Gründen ausgesprochen und dies mit nach wie vor gegebener Fluchtgefahr begründet.
Bis zur Haftverhandlung muss der Verein Neustart klären, wo in Elsners Wohnung die sogenannte Basisstation der Fußfessel aufgebaut und installiert werden kann, mit der kontrolliert wird, ob der Banker das auf ihn abgestimmte Aufsichtsprofil auch einhält. In diesem Profil werden unter anderem die genehmigten Abwesenheiten festgehalten.
Die für Elsner vorgesehene Fußfessel - eine überdimensionale Armbanduhr, die am Fußgelenk befestigt wird und permanent zu tragen ist - soll bereits in der Justizanstalt Josefstadt für ihn bereitliegen. Sollte sie der Haftrichter "absegnen", könnte Elsner noch am selben Tag zu seiner Ehefrau Ruth "übersiedeln".
(apa/red)
