"Ich wollte aber leben": Wie Natascha letztendlich doch noch die Flucht gelang
- "Er wollte schon immer jemanden zum Versklaven"
- Die heute 22-Jährige im TV-Interview bei Beckmann
·Er hat "mich nicht psychisch geformt"
Natascha über ihr Buch und Wolfgang Priklopil
·Kampusch: "Im
Keller war ich Bibiana"
Erste Auszüge aus ihrer Biographie "3096 Tage"
·Kampusch-Biographie
als neuer Bestseller?
Erstauflage soll 50.000 Exemplare umfassen
·Der Entführungsfall
Eine Chronologie der Causa: Von ihrem Verschwinden bis hin zur Flucht

Natascha Kampusch wirkt gefasst und ruhig, nur selten kommt sie ins Stocken, wenn sie mit Talkmaster Reinhold Beckmann über ihre Leidensgeschichte spricht. Eine unvorstellbare Leidensgeschiche, wie Natascha in ihrer Biographie offenbart: Die ständigen Schläge, Misshandlungen und Demütigungen trieben sie fast in den Selbstmord. Doch der heute 22-Jährigen gelingt die Flucht: "Ich glaube mir war einfach klar, wenn ich länger da bleibe, die Dunkelheit und Hungerkuren aushalten muss, dann bin ich irgendwann tot. Ich wollte aber leben", erzählt Natatscha im TV-Interview.
Warum gerade ich? Diese Frage hat sich Natascha selbst und auch ihrem Entführer, Wolfgang Priklopil, oft gestellt. Im deutschen Fernsehen beantwortet sie die Frage offen: "Weil er schon immer jemanden zum Unterdrücken und Versklaven haben wollte."
200 Schläge pro Woche soll Natascha erhalten haben, wie aus ihrer Biographie "3096 Tage" hervorgeht. In ihrem Buch gibt sie weitere schreckliche Details ihres Martyriums preis: Priklopil hat sie mit Kabelbindern an sein Bett gefesselt und ihr den Kopf kahlrasiert.
Natascha: Meine Jugend hat mir geholfen
Ihre Jugend habe ihr geholfen trotz dieser Qualen die Gefangenschaft zu ertragen, so Natascha: "Als Kind ist man noch flexibel, das hat geholfen, die Art des Täters anzunehmen und nicht daran zu zerbrechen." Zudem gab ihr der Gedanke an ihre Familie wieder Hoffnung.
Auch zum "Skiausflug" mit Priklopil nimmt sie erneut Stellung: Er habe ihr immer gedroht, dass er ihr oder auch anderen etwas antut. Der Versuch eine Touristin auf der Toilette anzusprechen und um Hilfe zu bitten, schlug fehl. Die Frau verstand kein Deutsch. "Er hat vor der Toilette auf mich gewartet", schildert Natascha ihre damalige Situation.
Am Tag der Flucht hat dann einfach alles gepasst, so Natascha zu Beckmann. "Ich konnte auch mit dem Gedanken leben, dass er sich danach umbringt."
Kritische Stimmen
Nach ihrer Flucht folgte dann der Medienansturm. Dass ihre Auftritte in der Öffentlichkeit auch zahlreiche kritische Stimmen laut werden ließen, ist auch der 22-Jährigen bewusst: "Was macht die da" oder "unerhört", so beschreibt Natascha einige Reaktionen der Leute. Sie wollte damals ein Interview machen, damit sie nicht von Paparazzis verfolgt werde. "Ich glaube, die meisten Menschen sehen die Dinge zu einfach, entweder schwarz oder weiß", sagt Natascha dazu abschließend.
(red)
