Attraktive Ansätze, aber lahmes Display:
Das Huawei Smakit S7 im NEWS.at-Check
- Träger Touchscreen versalzt Multitalent die Suppe
- Tablet-Computer auf Android-Basis bei A1 erhältlich
0 Euro für einen Tablet-PC? Abgesehen von den laufenden monatlichen Kosten einer mindestens zweijährigen Bindung hört sich das nach einem verlockenden Angebot an: A1 bietet dieser Tage das neue Huawei SmaKit S7 und damit ein Paket an, das dem aktuellen Tablet-Trend gerecht werden soll. NEWS.at hat sich das Multimedia-Gerät angesehen.
Auch wenn man bei Hersteller Huawei den Vergleich nicht mag: Das SmaKit S7 hat zumindest auf dem Papier ganz klar das Zeug zum iPad-Rivalen. In mancher Hinsicht stellt es den Tablet-Platzhirsch sogar in den Schatten. Die Bildschirmgröße von sieben Zoll etwa macht das SmaKit S7 zwar kleiner, das Gerät allerdings kompakter und mit einem Kampfgewicht von 500 Gramm auch deutlich leichter. Dafür muss nur eine minimal schwächere Auflösung in Kauf genommen werden (800x480 statt 1024x768 Pixel).
Großes Smartphone?
Generell erinnert der Tablet von Huawei optisch eher an ein großes Smartphone. Und lässt sich auch als solches einsetzen: In der Tat kann man damit nämlich auch telefonieren, was in Anbetracht der Ausmaße zugegebenermaßen recht dämlich aussieht. Was soll's: In diesem Fall ein skurriles Extra und für Notfälle besser als gar nichts.
Es ist aber vor allem das Betriebssystem von Google, das den Telefon-Vergleich besser verdeutlicht. Mit Android 2.1 wurde eine offene Plattform ausgewählt, die nahezu identisch mit den Handy-Versionen ist. Dies erlaubt einerseits das gewohnt intuitive Benutzer-Erlebnis mit mehreren individuell anpassbaren Desktops. Andererseits bekommt der Nutzer mit vollem Zugriff auf den Android Market auch gleich die Eintrittskarte in ein App-Paradies.
Kraftvolles Innenleben
Als Basis für das Betriebssystem dient leistungsfähige Hardware. So wird das SmaKit S7 von einer 768 MHz CPU in Kombination mit 512 MB RAM angetrieben und verfügt über UMTS, WLAN (bis n-Standard), Bluetooth und sogar GPS-Modul. Dementsprechend kraftvoll ist auch der Energieverbrauch: Nach knapp sechs Stunden ist dem SmaKit S7 der Saft ausgegangen. Also gilt auch für diesen Tablet, was für die meisten Smartphones gilt: Bei regem Gebrauch bitte einmal am Tag aufladen.
Das SmaKit S7 erweist sich immerhin auch als durchaus schnittstellenfreundlich: Via simplem Mini-USB-Port wird das Gerät mit dem PC verbunden, ein micro-SD-Slot sorgt dafür, dass der interne Speicher von 8 GB auf bis zu 32 GB erweitert werden kann. Hier könnte sich Apple eine Scheibe abschneiden.
Erde an Display, Erde an Display...
Wo viel Licht, da auch Schatten. Und im Falle des SmaKit S7 ist dieser leider gewaltig ausgefallen: Die meiste Zeit über erwies sich das Testgerät nämlich als eingaberesistent. Soll heißen: Es reagierte nicht einmal annähernd zügig auf die gewünschten Fingerbefehle. In der Praxis bedeutet das, dass man Tasten bzw. Schaltflächen am Display schlimmstenfalls drei bis vier Mal drücken muss, ehe man das beabsichtigte Resultat auf dem Bildschirm hat. Selbst mehrfache Neukalibrierungen des Bildschirms konnten nichts an der Tatsache ändern, dass diese extrem lästige Eigenschaft alle Vorzüge des Tablets in den Hintergrund rutschen ließ.
Preise und Verfügbarkeit
Das Huawei SmaKit ist bei A1 Erstanmeldung ab sofort in allen A1 Shops erhältlich. In Kombination mit A1 Breitband Premium 10 GB um 39 Euro (bei 24 Monaten Vertragsdauer) oder um 29 Euro (bei 36 Monaten Vertragsdauer) kostet das Tablet 0 Euro. Wer sich für A1 Breitband Premium 5 GB um 29 Euro (bei 24 Monaten Vertragsdauer) bzw. 19 Euro (bei 36 Monaten Vertragsdauer) entscheidet, erhält das Huawei SmaKit S7 um 99 Euro.
NEWS.at-FAZIT
Das Huawei SmaKit S7 macht Vieles richtig, was beim iPad noch vermisst wurde. Vor allem das Android-Betriebssystem gibt einen guten Ausblick darauf, dass Apple künftig ein recht rauher Wind entgegenwehen dürfte. Aber auch sinnvolle Hardware-Merkmale wie die optionale Speichererweiterung via micro-SD-Kartenslot, der auswechselbare Akku oder ein herausklappbarer Standfuß wissen zu überzeugen.
All das ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass das äußerst träge reagierende Display all die positiven Eigenschaften ziemlich überflüssig macht. Anders als bei der Konkurrenz kann man nämlich flüssiges Navigieren - insbesondere beim Surfen - mit dem SmaKit S7 vergessen. So bleibt der Neueinstieg von Huawei letztlich nur für all diejenigen eine Alternative, die viel Contenance mitbringen und sehr niedrige Anschaffungskosten willkommen heißen. (bb)
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