Freitag, 3. September 2010

Der Handel in der Hand von Riesen: Zehn
große Firmen dominieren heimischen Markt

  • 40 Prozent der Verkaufsfläche ist in Konzernbesitz
  • Einzelhändler kämpfen einen aussichtslosen Kampf

In Österreich ist nicht nur die Medienlandschaft stark konzentriert, sondern auch der Einzelhandel. Die zehn größten Unternehmen haben 2009 mit etwa 5,5 Millionen Quadratmetern bereits rund 40 Prozent der gesamten Verkaufsfläche im Einzelhandel beansprucht, ermittelte RegioData. Doch der Marktbereinigungsprozess ist schon voll im Gang.

Einzelkämpfer sterben zunehmend aus, der Anteil der Filialen nimmt dagegen zu. Seit 2001 ist die Anzahl der Einzelhandelsgeschäfte von 55.000 auf 50.000 zurückgegangen. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben 120 Lebensmittelgeschäfte dicht gemacht. Rund 37 Prozent aller Einzelhandelsgeschäfte gehören zum filialisierten und organisierten Einzelhandel, vor zehn Jahren betrug dieser Anteil 30 Prozent. Die Branchen mit dem höchsten Filialistenanteil sind die Lebensmittel- (rund 90 Prozent), die Baumarkt- (88 Prozent) und die Drogerie- und Parfümeriebranche (86 Prozent).

Der Markt wird von einigen großen Playern dominiert. An der Spitze steht seit der Adeg-Übernahme Rewe mit seinen Vertriebslinien Adeg, Billa, Bipa, Merkur, Penny und Sutterlüty. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr die Spar-Gruppe (Spar, Interspar, Eurospar, Maximarkt, Hervis) knapp überholt und ist laut Studie sowohl von Fläche als auch Umsatz sowie Anzahl der Geschäfte her der größte Einzelhandelskonzern in Österreich.

Flächenmäßige Nummer drei ist der Möbelhändler Lutz, dahinter tummeln sich Kika/Leiner, Tengelmann, Baumax, Hagebau und Intersport. Bei der Anzahl der Geschäfte folgen - nach Rewe - Spar Markant (NahFrisch) sowie Schlecker mit je mehr als 1.000 Filialen. Die Top-5-Einzelhändler nach Umsatz sind Rewe, Spar, Hofer, Tengelmann (Kik, Obi, Zielpunkt) und Lutz.

(apa/red)

3.9.2010 15:18