In Österreich versauern Profis: Migranten
wird es am Arbeitsmarkt schwer gemacht
- Heimische Wirtschaft benötigt dringend Fachkräfte
- Mentoring-Projekt soll das riesige Potenzial heben

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Österreich ist kein gutes Pflaster für Profis. Auf der Suche nach Jobs verlassen topqualifizierte Menschen ihre Heimat - und versauern in Österreich. Weil heimische Betriebe ausländische Fachkräfte verschmähen, muss Österreichs Wirtschaft enorme Einbußen hinnehmen. Mit einem einzigartigen Programm wollen AMS, Wirtschaftskammer und Integrationsfonds mit diesem Missstand aufräumen.
"Am Arbeitsmarkt ist die Situation von Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft ungleich schwieriger als für Österreicher", gesteht Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS). Eine Einschätzung, die von den Erwerbsstatistiken untermauert wird: Während Arbeitslosigkeit im Vorjahr 7,2 Prozent der Österreicher betraf, waren 10,2 Prozent der ausländischen Bevölkerung arbeitslos.
Mangelnder Wille zur Arbeit und fehlende Integrationsbereitschaft? Die Realität sieht im Regelfall anders aus. Lebensmittelpunkt und Universitätsabschluss im Inland, Arbeitserlaubnis und gute Zusatzqualifikationen reichen oft nicht, einen den Fähigkeiten entsprechenden Job zu bekommen. Denn selbst bei hochwertigen Qualifikationen haben es Menschen mit ausländischem Reisepass schwer, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei würde die heimische Wirtschaft gerade im Aufschwung Fachkräfte so dringend benötigen. Fachkräfte, die zum Teil vor Ort sind - aber nicht entsprechend eingesetzt werden.
"Wir müssen das am Arbeitsmarkt verfügbare qualifizierte Potenzial besser nutzen", ist Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, überzeugt. Die Argumente für eine stärkere Einbeziehung von Nichtösterreichern liegen auf der Hand: "Migranten tragen mit ihren Sprachkenntnissen und kulturellen Erfahrungen maßgeblich zur Internationalisierung der Betriebe bei. Gerade für ein Land wie Österreich mit seiner exportorientierten Wirtschaft ist das ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit", so Hochhauser.
Mentoring zum Erfolg
Dass es auch anders geht, bestätigt Aliyou Mana Hamadou. "Ich habe Glück gehabt", freut sich der Kameruner: Nach seiner Einreise nahm er an dem seit 2008 bestehenden "Mentoring für MigrantInnen" teil - und fand prompt einen Job, in dem er bis heute tätig ist. Eine Erfolgsgeschichte, die Wirtschaftskammer, AMS und Integrationsfonds gerne häufiger erzählen würden. Denn ihr Mentoring-Programm zielt darauf ab, die Missstände beim Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt zu bekämpfen.
Qualifizierte Menschen mit migrantischem Hintergrund werden dabei mit erfahrenen heimischen Führungskräften in Pärchen zusammengeschlossen und in regelmäßigen Treffen beim Bewerbungsprozess unterstützt. So können sie vom Erfahrungsschatz der österreichischen Mentoren profitieren oder bekommen sogar direkten Zugang zu Jobangeboten. Zum Vorteil aller, weiß Alexander Janda. "Das Mentoring ist kein Sozialprojekt, sondern eine Leistungspartnerschaft", wie der Geschäftsführer des Integrationdsfonds bekräftigt. Eine Partnerschaft, die nicht nur Menschen mit migrantischem Hintergrund unterstützt, sondern auch der heimischen Wirtschaft hilft. Denn, so sind sich Hochhauser, Kopf und Janda einig: Migration ist für Österreich keine Bedrohung. Sondern eine Chance.
(mei)
Mentoring für MigrantInnen

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