Ein Exzentriker am Weg der Besserung: Arnautovic-Hilfsprogramm trägt Früchte
- Herzog im NEWS.at-Talk über Bremen-Legionär
- "Er muss sich nicht nur als Spieler entwickeln"

·Vom bösen Buben
zum gefeierten Helden
Werder-Star Arnautovic:
"Ich kann noch zulegen"
·"Ösis" schlagen in Deutschland richtig ein
Arnautovic & Maierhofer
in "kicker-Elf des Tages"
Der Name Marko Arnautovic sorgt für Schlagzeilen. In guten wie in schlechten Zeiten. In Mailand wie in Bremen. Nach seinem gescheiterten Gastspiel bei Inter wechselte der 21-Jährige im Sommer zum SV Werder. Um neu durchzustarten. Doch auch in Deutschland holte den Österreicher sein Ruf als schwieriger Charakter, als Diva schnell ein. Mannschaftskapitän Torsten Frings und Trainer Thomas Schaaf prangerten ihn in aller Öffentlichkeit an, im Training und in Testspielen wusste er durch Undiszipliniertheiten und lustlose Auftritte aufzufallen. Das Abenteuer Bremen nahm keinen guten Anfang. Im deutschen Boulevard begann es zu brodeln.
Als die Kritik am talentierten Offensivspieler von Tag zu Tag lauter wurde, kam Hilfe aus der Heimat. Andreas Herzog, dessen Stimme in Bremen noch immer viel Gewicht hat, und Schaaf nahmen Kontakt auf, um sich über Arnautovic zu unterhalten. Herzog schätzt das Potenzial des jungen Angreifers. "Er hat Qualitäten, die wirklich außergewöhnlich sind", erklärt der U21-Teamchef im Gespräch mit NEWS.at. "Natürlich ist er ein Spieler der sehr extrovertiert ist. Aber im Fußball gibt es eben brave Zinnsoldaten und schwierige Charaktere", fährt Herzog fort. "Entscheidend ist, was am Spielfeld passiert und das ist für mich auch das Vorrangige, und das hat bei uns im U21-Team wenn er dabei war immer halbwegs gepasst."
"Muss sich auch als Mensch festigen"
Auch mit Arnautovic suchte Herzog das Gespräch, als es für seinen Schützling in Deutschland zusehends ungemütlich wurde. Man habe viel miteinander geredet, berichtet der ehemalige Bremen-Star. Arnautovic sei ein junger Spieler, der am Anfang seiner Karriere stehe, da müsse man als Trainer hin und wieder in gewissen Situationen helfen. "Er ist noch jung und hat den ein oder anderen Fehler gemacht. Er wird auch noch in Zukunft Fehler machen, aber es ist für ihn ein Lernprozess. Er muss sich nicht nur als Spieler entwickeln, sondern auch als Person, als Mensch festigen."
Arnautovic dürfte verstanden haben, dass er an sich arbeiten muss. Auch dank Herzogs gutem Einfluss scheint er in Bremen die Kurve zu kratzen, wie die beiden Tore und die gute Leistung beim jüngsten Sieg über Köln erstmals zeigten. Damit das so bleibt, will man den Exzentriker aber offenbar nicht ganz sich selbst überlassen. Es soll eine Art Maßnahmenkatalog existieren, um mögliche Fehltritte zu vermeiden. Darin enthalten: Ein Zapfenstreich (als einziger Spieler des Werder-Kaders) und ein morgendlicher Kontrollanruf bei Trainer Thomas Schaaf.
(ebn)
Deutsche Liga
Premier League
Serie A
Primera Division