Samstag, 4. September 2010

Melzer rettet sich in die dritte Runde:
Fünfsatz-Plagerei gegen Litauer Berankis

  • Sieg in 3:35 Stunden mit 6:4,6:7(4),6:3,1:6,7:5
  • Paszek, Bammer & Meusburger fahren nach Hause

Jürgen Melzer hat in seinem Zweitrunden-Match bei den US Open die Dramatik der ersten Runde noch überboten. Zwar spielte der als Nummer 13 gesetzte Niederösterreicher in New York gegen den kaum bekannten Ricardas Berankis aus Litauen weit besser als zum Auftakt, trotzdem musste er neuerlich über nervenzerreibende fünf Sätze gehen - und gewann wieder.

Diesmal stand der French-Open-Halbfinalist und Wimbledon-Achtelfinalist allerdings noch knapper vor dem Aus, lag er doch im letzten Satz 2:4 zurück. Nun wartet, wenn es der herannahende Hurricane zulässt am Samstag, mit Juan Carlos Ferrero ein weit schwerer Brocken.

6:4,6:2,3:6,4:6,6:2 gegen Dmitrij Tursunow (RUS) in Runde 1 sowie ein 6:4,6:7(4),6:3,1:6,7:5 nun über Berankis. Nicht weniger als 6:50 Stunden stand Melzer schon auf dem Platz. Nun steht er zum dritten Mal nach 2004 und 2008 in der Runde der letzten 32 in Flushing Meadows im New Yorker Stadtteil Queens.

"Erwartet schwieriges Match"
"Das war das erwartet schwierige Match, der kann wirklich gut spielen", meinte ein sichtlicher erleichterter Melzer bei der Pressekonferenz. "Er hat die Bälle sehr früh genommen, viel Druck gemacht und wirklich den einen oder anderen Zauberball gespielt hat", lobte der Deutsch Wagramer den erst 20-jährigen Litauer, der im Ranking sicher bald weit besser klassiert sein wird, als auf Platz 124.

"Wenn man 2:4 im fünften Satz hinten ist, dann ist man sehr knapp dran, das Match zu verlieren. Umso zufriedener bin ich, dass ich das gedreht habe und wirklich nicht aufgegeben habe." Zwischendurch sei er sehr unzufrieden mit seiner Aufschlagleistung gewesen, an seinem Service hadert Melzer nun schon länger. "Gegen Einen, der so gut von hinten spielt und sehr gut retourniert, ist es ohne ersten Aufschlag schwer. Man muss sich jeden Punkt erspielen, das ist auf Dauer ein bisserl mühsam."

Jetzt wartet Ferrero
Melzer trifft nun auf den Spanier Juan Carlos Ferrero, der Ricardo Mello (BRA) in drei Sätzen geschlagen hat. "Das wird ein enorm schwieriges Match, sehr viel wird von der Grundlinie bestimmt werden", prophezeite der Niederösterreicher, der sich diesmal aber nicht mehr als Favorit sieht.

Für Melzer war es übrigens bereits der fünfte Sieg in einem Fünf-Satz-Match en suite. Seine Gesamtbilanz über die volle Distanz hat jener Spieler, der früher klare Führungen noch vergeben hat, schon auf 12:10-Siege verbessert.

Alle Damen ausgeschieden
Bereits zuvor waren mit Tamira Paszek und Yvonne Meusburger die letzten beiden ÖTV-Damen jeweils in der zweiten Runde ausgeschieden. Während eine nach vier Siegen en suite müde gewordene Paszek gegen die Taiwanesin Chan Yung-jan beim 3:6,3:6 letztlich chancenlos war, stand Meusburger knapp vor ihrem bisher größten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier, ehe sie doch ausschied.

Die 26-jährige Vorarlbergerin führte gegen die als Nummer 23 gesetzte Russin Maria Kirilenko schon mit 6:4,4:2 und hatte zwei Breakbälle zum 5:2. Am Ende musste sie sich mit 6:4,5:7,0:6 geschlagen geben. Auch bei ihrem 15. Major-Turnier blieb Meusburger somit der Einzug in die dritte Runde versagt. "In erster Linie ist jetzt die Enttäuschung da, weil ich habe es am Schläger gehabt. Letztlich habe ich meine Chancen gehabt, aber leider nicht nützen können."


(apa/red)

4.9.2010 12:20