Dienstag, 7. September 2010

Beben erschüttert Neuseeland: Mehrere
Menschen werden durch Erdstöße verletzt

  • In der Stadt Christchurch wird Notstand ausgerufen
  • Häuser, Autos & Infrastruktur teisl komplett zerstört

Bei einem heftigen Erdbeben sind in Neuseeland mehrere Menschen verletzt worden. Besonders Christchurch war von den Beben der Stärke 7,1 betroffen. In der mit 400.000 Einwohnern größten Stadt der Südinsel wurde der Notstand ausgerufen. Die Streitkräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Das Epizentrum lag nach Angaben der staatlichen Geologiebehörde 30 km westlich der Stadt.

Durch die Erschütterungen stürzten etliche Häuser in Christchurch ein. Unter den Menschen brach Panik aus. Viele liefen in Schlafanzügen auf die Straße. Andere wurden nach Angaben der Feuerwehr in ihren beschädigten Häusern eingeschlossen. Das Strom-und Mobilfunknetz brach zusammen, Autos wurden demoliert und ganze Straßenzüge blockiert. Auch die Gas- und Wasserversorgung wurde unterbrochen. Einige Fälle von Plünderungen wurden bekannt.

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, warnte vor Nachbeben, durch die Teile von beschädigten Gebäuden einstürzen könnten. Einige Gebäude wurden gesperrt, weil ihr Betreten zu unsicher erschien. Der Internationale Flughafen von Christchurch wurde sicherheitshalber geschlossen. Sechs Brücken in der Region wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt. Die Bahngesellschaft Kiwirail erklärte, 13 Züge, die meisten davon Güterzüge, seien wegen des Bebens gestoppt worden.

Glück im Unglück
Neuseelands Ministerpräsident John Key Carter und Energieminister Gerry Brownlee wollten nach Christchurch fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Ich denke, wir als Nation können uns glücklich schätzen, dass es keine Todesopfer gab," sagte Carter. Die Schäden seien allerdings erheblich. Erdbeben- und Versicherungsspezialisten würden innerhalb der nächsten 48 Stunden eine erste Bilanz ziehen. Erste Schätzungen beliefen sich auf umgerechnet rund 1,1 Mrd. Euro.

Neuseeland liegt in einem Gebiet, in dem zwei Erdplatten zusammenstoßen. Deshalb kommt es hier zu mehr als 14.000 Beben pro Jahr, von denen rund 150 zu spüren sind. Bei weniger als zehn im Jahr kommt es zu Schäden. Das letzte große Beben erreichte sogar eine Stärke von 7,8. Es ereignete sich am 16. Juli 2009 in der Region Fiordland auf der Südinsel.

(apa/red)

7.9.2010 10:21