Geiselnahme beim "Discovery Channel":
Polizei erschießt extremen Umweltschützer
- USA: Bange Stunden im Hauptquartier des Senders
- Programm des Senders war ihm nicht radikal genug

In der Zentrale des US-Fernsehsenders Discovery Channel hat die Polizei einen Geiselnehmer erschossen, der drei Menschen in seine Gewalt gebracht hatte. Alle Geiseln entkamen. Die meisten der 1.900 Mitarbeiter in der Konzernzentrale in einem Vorort von Washington hatten das Gebäude nach Polizeiangaben zuvor sicher verlassen. Motiv der Geiselnahme war möglicherweise der Ärger des Mannes über das Programm des Senders, dem er vorwarf, nicht genug für die Rettung der Erde zu tun.
Der Geiselnehmer gelangte den Angaben zufolge durch den Haupteingang in das Gebäude. Er nahm anschließend zwei Mitarbeiter des Senders und einen Wachmann als Geiseln. Die Polizei verhandelte vier Stunden lang mit ihm. Der Mann hatte eine Faustfeuerwaffe, mehrere Metallkanister waren an seinem Körper festgebunden. Außerdem trug er zwei Rucksäcke auf dem Rücken.
Der Polizeichef des Bezirks Montgomery, Thomas Manger, erklärte, ein Sprengsatz sei detoniert, als die Polizisten auf den Geiselnehmer geschossen hätten. Es müsse nun geklärt werden, ob in den übrigen Behältern auch Sprengstoff war. Der Mann habe mindestens einen Schuss abgegeben.
Aus Polizeikreisen wurde bekannt, bei dem Geiselnehmer handle es sich vermutlich um einen Mann, der in der Vergangenheit als Umweltaktivist vor dem Sender protestiert hatte. Medienberichten zufolge wurde er 2008 festgenommen, nachdem er vor dem Gebäude Tausende von US-Dollars in die Luft warf. Mit der Aktion wollte er nach eigenen Worten dagegen protestieren, dass das Programm von Discovery nichts zur Rettung der Erde unternehme.
(apa/red)
