Freitag, 3. September 2010

"Ich hätte sicherlich meine Pflicht erfüllt":
Gerhard Kurzmann im NEWS.at-Talk - Teil II

NEWS.at: Gab es Pläne, für das Steirer-Blut zu werben?
Kurzmann: Es wurde diskutiert, beispielsweise „Steirer-Blut ist kein Himbeersaft“, aber als Historiker und Germanist bin ich eher in der Epik denn in der Lyrik beheimatet.

NEWS.at: Welche Ideen haben Sie noch für den Wahlkampf?
Kurzmann: Warten Sie ab, welche Ideen wir noch in petto haben. (Anm. d. Red.: Dieses Interview fand vor Veröffentlichung des Anti-Minarett-Spiels statt) Aber die bisher veröffentlichten Sujets haben ja schon für Aufregung gesorgt. Eine Tageszeitung (Name der Zeitung ist der Redaktion bekannt, Anm.) wollte zum Beispiel eines unserer Inserate nicht schalten.

NEWS.at: Ist das nicht ein Indiz dafür, dass Sie die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten?
Kurzmann: Man kann jetzt darüber streiten, was guter Geschmack ist. Auch die Linken leisten sich da einiges. Ich gebe zu, dass wir Freiheitlichen oft mit provokanten Plakaten die Aufmerksamkeit erregen wollen, aber nur, wenn das Thema auch ein Thema ist. Ansonsten machen wir uns lächerlich.

NEWS.at: Fühlen Sie sich wohl in der ersten Reihe? Sie werden oft dafür kritisiert, dass Sie zu unscheinbar wirken.
Kurzmann: Ich bin Geschichtswissenschafter und fühle mich dem Objektivitätsgebot verbunden. Das ist in der Politik nicht unbedingt immer ein Vorteil. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass jeder seine eigene Art haben sollte. Ich werde mich nicht verbiegen, ich werde nicht zu einem anderen Menschen, das würde mir auch niemand abkaufen.

NEWS.at: Wer wäre Ihnen als Landeshauptmann lieber, Voves oder Schützenhöfer?
Kurzmann: Im Gegensatz zu anderen Parteien grenzen wir niemanden aus, außerdem habe ich zu beiden Kollegen ein korrektes Verhältnis. Unser Ziel ist es, in die Landesregierung einzuziehen und bei einer möglichen Patt-Situation das Zünglein an der Waage zu sein.

NEWS.at: Welches Wahlergebnis peilen Sie an?
Kurzmann: Wir wollen 10 plus X Prozent erreichen.

NEWS.at: Welche Konsequenzen werden Sie ziehen, wenn Sie einstellig bleiben?
Kurzmann: Das hängt davon ab, in welchem Bereich der Einstelligkeit. Wenn wir von 4,6 auf 6 Prozent zulegen, werde ich dem Landesparteivorstand einen Tag später meine Entscheidung bekannt geben.

NEWS.at: Würden Sie sich auch aus dem Nationalrat zurückziehen?
Kurzmann: Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

NEWS.at: Eine hypothetische Frage zum Abschluss: Sie sind 1953 geboren. Angenommen, Sie wären 30 Jahre älter, wären Sie Mitglied der Waffen-SS gewesen?
Kurzmann: Dass ich meine Pflicht erfüllt hätte wie die meisten anderen, das steht außer Zweifel. Wo ich gelandet wäre, vielleicht bei der Marine, wer weiß. Ich bin gerne zum Bundesheer eingerückt und habe die Zeit bei den Jägern in guter Erinnerung. Dort habe ich gerne mit dem Maschinengewehr und den anderen zur Verfügung stehenden Waffen geschossen, mit dem Ziel, im Notfall die Heimat zu verteidigen. Ich sehe Soldaten nicht als Mörder an, wie das nun oft der Fall ist.

(hoa/jt)

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3.9.2010 16:54