Samstag, 4. September 2010

Die letzte Chance auf Frieden in Nahost:
Clinton warnt vor Scheitern der Gespräche

  • Außenministerin der USA: "Es gibt keinen Plan B"
  • Iran als ein Störenfried bei Friedensverhandlungen?

US-Außenministerin Hillary Clinton hat eindringlich vor einem Scheitern der neuen Nahost-Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern gewarnt. Die laufenden Verhandlungen seien "vielleicht für eine sehr lange Zeit die letzte Chance", Frieden in der Region zu schaffen. Das sagte Clinton in einem gemeinsamen Interview von israelischen und palästinensischen Sendern.

Es gebe für den Fall eines Abbruchs der Gespräche keinen Plan B. "Dann werden, befürchte ich, die Kräfte der Zerstörung, die Kräfte des Negativen auf beiden Seiten an Stärke zunehmen."

Bei ihrem Streben nach Sicherheit liefe sowohl den Israelis als auch den Palästinensern die Zeit davon, sagte sie laut der Interview-Mitschrift, die vom US-Außenministerium veröffentlicht wurde. Beide Seiten würden immer stärker von Terroristen bedroht, die bei ihrem Kampf gegen den Frieden in der Region vom Iran unterstützt würden. "Sie haben einen Sponsor, der ganz stark hinter dem steckt, was sie tun", sagte Clinton.

Teheran sorgt für Gefahr
Teheran statte die Terroristen mit Waffen aus, welche die Völker beider Seiten und in vielen anderen arabischen Staaten in große Gefahr brächten. "Diese Sorgen werden in weiten Teilen der arabischen Welt geteilt", sagte Clinton. Bereits vor dem Auftakt der Gespräche am Donnerstag in Washington war die Bedrohung durch den Iran in Verhandlungskreisen als möglicher Erfolgsfaktor für den neuesten Friedensanlauf genannt worden.

Clinton äußerte sich zuversichtlich, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) die Verhandlungen wirklich zum Erfolg führen und eine Zwei-Staaten-Lösung erreichen wollen. "Sie haben in meiner Anwesendheit sehr deutlich gemacht, dass sie extrem hart für ein endgültiges Abkommen arbeiten wollen", sagte die Außenministerin.

(apa/red)

4.9.2010 11:30