Dienstag, 31. August 2010

Bald "Aus" für 13. Familienbeihilfe? Josef
Pröll spricht sich gegen Steuererhöhung aus

  • Sommergespräch: Keine weiteren Budgetdetails
  • Verteidigt Verschiebung der Haushaltspräsentation

ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll gibt weiter keine Details zum Budget 2011 preis. Im ORF-"Sommergespräch" verteidigte er einmal mehr die Verschiebung der Haushaltspräsentation auf Anfang Dezember, versprach aber immerhin "zwei bis drei Wochen" Begutachtungsfrist. Erneut verwies er auf seine Prioritäten: "Mein Herz schlägt nicht bei den Steuererhöhungen, mein Herz schlägt beim Sparen."

Vom Koalitionspartner SPÖ höre er da wenig, so Pröll. Er betonte, dass er - mit Ausnahme der Bankenabgabe - keine Maßnahme zur Steuererhöhung absegnen oder durchwinken werde, "wenn nicht vorher das Sparen auf Strukturseite auf Punkt und Beistrich erfüllt ist". Der Finanzminister sieht sich hier in einer starken Position, denn schließlich sei mit dem Budgetrahmen bereits eine "Schuldenbremse" bis 2014 eingezogen: "Gegen den Willen der ÖVP kann kein Minister mehr ausgeben, als wir derzeit schon festgezurrt haben."

Wird 13. Familienbeihilfe bald gestrichen?
Auf einzelne Punkte des Budgets ließ sich der ÖVP-Chef nicht festnageln. Konkret ging er nur auf das 13. und 14. Monatsgehalt ein. Dabei bestehe "kein Anlass, in die Besteuerung einzugreifen". Ansonsten gebe es "keine Tabus". Bei der 13. Familienbeihilfe garantierte er lediglich die diesjährige Auszahlung im September, "wir werden dann diskutieren, wie das nächste Jahr ausschaut".

Klar ist aus Sicht Prölls, dass das Budget mit Jahresbeginn wirksam wird: "Es wird niemanden dieses Sparpaket und einnahmenseitige Paket vor dem 1. Jänner und überraschend treffen." Der Vizekanzler versprach eine "möglichst lange" Begutachtungszeit von zwei bis drei Wochen. Davor ein Budgetprovisorium vorzulegen, wie es ihm Ex-SP-Finanzminister Hannes Androsch als prominenter Fragesteller vorschlug, lehnte er ab. Statt das alte Budget fortzuschreiben, sei es ehrlicher, ein "vollinhaltliches, abarbeitbares Budget" ein wenig später vorzulegen.

Androsch: "Riesige Fettpolster" im Beamtenbereich
Androsch hielt Pröll vor, "riesige Fettpolster" etwa im geschützten Bereich der Beamten nicht anzugreifen, weil es sich um ÖVP-Klientel handle. Der "öffentliche Verschwendungsbereich" müsse gegen eine "Koalition der Betonierer, Verhinderer und Blockierer" aufgebrochen werden. Pröll ließ dies nicht gelten, er verwies auf nicht nachbesetzte Beamtenposten und die Übernahme von Telekom-Mitarbeitern in die Finanz.

Auch dass er etwa in der Diskussion um die Verantwortung für die Lehrer bei "Widerstand aus Radlbrunn" (Prölls Herkunftsort, den er mit seinem Onkel, dem niederösterreichischen VP-Landeshauptmann Erwin Pröll gemeinsam hat, Anm.) umfalle, wies er auf Frage von Moderatorin Ingrid Thurnher zurück. Es gehe hier um eine Entflechtung zwischen Geldaufbringung und -ausgabe von Bund und Ländern, andernfalls lebe einer auf Kosten des anderen. Gegenüber den Ländern nur "Nein" zu sagen, reiche jedenfalls nicht.

Pröll verteidigte die Rettung von Banken. Heuer entstehe daraus ein Überschuss von 280 Mio. Euro für die Republik. Bei der Hypo Group Alpe Adria Bank verwies er auf die Notwendigkeit ihrer Rettung, sie zu "versenken" hätte deutlich mehr gekostet. Nun wolle er "alles aufgedeckt haben, in der Banken- und in der politischen Verantwortung".

(apa/red)

31.8.2010 07:18
Hugoport, 31. 08. '10 15:36
Ein super Herz bei Pröll ?
Hoffentlich fängt er bei seinen Gehalt an und bei vielen SEINER Abkassierer ? Da hat er wohl viel zu tun Gratulation für diese Entscheidung ! So kann Österreich sicher gerettet werden !
mfp7764, 31. 08. '10 13:37
dann soll
er bei such und seinen freunden der politik anfangen und uns kleine in ruhe lassen.seit wir denn euro haben ist das geld nix mehr wert und mann kann sich nix ersparen.das haben wir alle den superpolitikern zu verdanken.
SunshineState, 31. 08. '10 12:57
Mein Herz schlägt beim SparER!!
sollte es wohl heißen, weil dem kann er ordentlich was wegnehmen!
politikvedrossener, 31. 08. '10 12:09
Transparenzdatenbank für die Politik und Verwaltung
Wenn Herr Pröll immer vom Verhältnis der Ausgabeneinsparung zu neuen Einnahmen von 60% zu 40% spricht, wer kann dies kontrollieren. Hier müsste eine Transparenzdatenbank mit allen Ausgaben für Politik und Verwaltung detailliert im Internet veröffentlicht werden - Politikerbezüge, Politikerpensionen,Beamtengehälter, Beamtenpensionen, Spesen,.... Aber dies wird wohl nur ein Wunschtraum bleiben.
sidestep, 31. 08. '10 09:58
Da redete der Richtige
Der Androsch sprach vom Beseitigen der "Fettpölster" und trägt doch Mitschuld am größten Fettpolster den wir heute noch mit uns schleppen. Er war es doch, der zusammen mit Kreisky die Abgeordnetenanzahl im Parlament von 165 Abgeordneten auf 183 angehoben hat. Diesen Fettpolster schleifen wir schon Jahrzehnte mit uns mit und die, die ihn abschaffen könnten, tun nichts dergleiche,n weil sie ja dann an dem Ast sägen würden, auf dem sie selbst sitzen. Herr Androsch Sie wollen jetzt den "Guten-Rat-Geber" spielen und haben selbst in ihrer Zeit mehr vom Honig genascht als Ihnen zustand!
keinauto, 31. 08. '10 10:54
Re: Da redete der Richtige
Genauso ist es!!!
kritiker68, 31. 08. '10 09:08
Darf er das?
... tja - die dürfen (fast) alles, so lange sie von uns bürgern gewählt werden...
die frage sollte lauten: warum wählen wir dieses versaute system immer wieder? wien und die steiermark haben ja jetzt die möglichkeit, einen anderen weg zu gehen. ob sie es tun werden???
Sensor, 31. 08. '10 09:58
Re: Darf er das?
Sehr berechtigte und notwendige Fragen!
Unser System missbraucht Wählerstimmen. Wir wählen Parteien und nicht die Mitglieder der Regierung. Was die Parteien mit unseren Stimmen machen, hat der angebliche Souverän (das Volk) nicht mehr in der Hand. Parteien suchen sich unter ihrer willfährigen, schleimerischen, postengierigen Klientel jene aus, die an den Privilegien und Pfründen der Apparatschiks möglichst nichts ändern und die Stellung gleichgesinnter Parteikumpanen nicht gefährden. Das Ergebnis dieser Personalrekrutierung nach Unterwürfigkeit und nicht nach Wissen, Können und Gradlinigkeit sind meist zweit -und drittklassige Leute. Kein Unternehmen würde ihr Führungspersonal derartig auswählen.
Die kommenden Wahlen ändern an diesem System nicht das Geringste.
mfp7764, 31. 08. '10 13:39
Re: Darf er das?
dann hoffe ich mal das ihr diesmal richtig wählt das sie eine auf die kappe bekommen
stabilis, 30. 08. '10 22:38
KEine Steuererhöhungen?
Wenn ich alle möglichen Sozialleistungen für Familien streiche, dann brauche ich auch keine Steuern erhöhen - aber......

.... es geht wieder auf dem Rücken der Schwächsten aus!

Darf Pröll das eigentlich was er grade macht? Keine anfragen beantworten, nichts sagen nur weil er Angst vor den Wahlen hat? Was ist das für ein restlos versautes System?!
Berndorferbaer, 31. 08. '10 10:46
Re: KEine Steuererhöhungen?
sdtabilis, wie recht du hast, die dürfen alles. bankensteuer, treibstoffsteuer, lkw maut, autobahnmaut, marode banken finanzieren usw. und so fort. alle vorher aufgezählten, die lachen doch gerade, es wird doch schließlich und endlich wieder auf den endverbraucher abgewälzt. dann greift man noch in die familienbeihilfen ein, wie schmutzig muß man sich da vorkommen. ich schon, die minister, die das budget verwirtschaften, anscheinend nicht.