Mittwoch, 1. September 2010

PC-Spiele, Handys und Junkfood: Nahezu
jeder zweite Schüler ist suchtgefährdet

  • Schulärzte schlagen Alarm: Gesundheit ist in Gefahr
  • Unfrage: Mobbing & Gewalt gehören zum Schulalltag

Wenige Tage bevor für viele Kinder und Jugendliche die Schule wieder startet, schlagen Schulärzte Alarm: Der Gesundheitszustand unserer Schüler ist alles andere als optimal. Besonders besorgniserregend ist der exzessive Gebrauch von Computern und Handys sowie die Sucht nach Junkfood. Aber auch Mobbing und Gewalt durch Mitschüler ist sehr präsent. In jeder fünften Schule sind bereits bis zu 40 Prozent davon betroffen. Zu diesem Ergebnis ist eine Umfrage unter rund 1.200 Schulärzten im Auftrag der Zeitschrift "Gesundheit" gekommen.

Demnach ist nur bei vier Prozent der österreichischen Schüler der Gesamtgesundheitszustand sehr gut, bei 48 Prozent gut, bei 35 Prozent befriedigend und schließlich bei zwölf Prozent genügend. Als Durchschnittsnote auf der fünfteiligen Skala ergab sich daraus ein Wert von 2,7.

Jeder zweite Schüler ist "handysuchtgefährdet"
39 Prozent der Mädchen sind beim Handygebrauch hoch suchtgefährdet, bei Burschen liegt dieser Wert bei 32 Prozent. Demgegenüber ist die Suchtgefahr bei Videospielen bei den Burschen (20,6 Prozent vs. 13 Prozent bei den Mädchen) höher. Beim TV-Konsum ergeben sich Werte von 15 Prozent bei den Mädchen und 13,1 Prozent bei den Burschen.

Mobbing und Gewalt gehören zum Schulalltag
Auch unter Mobbing und Gewalt durch Mitschüler dürften - so die befragten Mediziner - viele Kinder und Jugendliche leiden. In 70,7 Prozent der Schulen schätzen die Schulärzte bis zu 20 Prozent der von ihnen Betreuten als betroffen ein. In etwas mehr als ein Fünftel der Schulen (21,4 Prozent) seien dies schon 20 bis 40 Prozent, ergab sich aus der Umfrage.

Junkfood und Magersucht
Ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler hat laut dem Urteil der Mediziner auch Probleme mit seinem Ernährungsverhalten. Einerseits wird viel zu häufig Junkfood konsumiert und andererseits ist Magersucht - vor allem bei Mädchen - ein wesentliches Thema. Bei den Mädchen haben an rund einem Drittel der Schulen (32,3 Prozent) elf bis 20 Prozent, an 27,3 Prozent der Schulen gar 21 bis 30 Prozent Probleme mit der Ernährung. Bei den Burschen konstatierten die Schulärzte von 42,4 Prozent der Schulen einen Anteil mit Ernährungsproblemen von bis zu zehn Prozent, an 27,3 Prozent der Schulen von elf bis 20 Prozent.

(apa/red)

1.9.2010 13:27