Erziehung

vonKlara Vakaj
Donnerstag, 8. September 2011

Tipps für den Schulstart

  • Ein großer Moment für die Kleinen: So erleichtern Sie Ihrem Kind den Schuleintritt

Rund 82.000 Kinder, viele von ihnen ausgestattet mit einer riesengroßen, bunten Schultüte, traten heuer ihren ersten Schultag an. Ein großer Moment für die Kleinen! Viele können diesen Tag kaum erwarten. Aber nicht alle tun sich mit der Umstellung leicht. Wie kann man den Kids den Schuleintritt erleichtern? Was tun, wenn der Sprössling nach der ersten Woche mit einem gelinden "Da gefällt's mir nicht, Mama, meld mich bitte wieder ab", nach Hause kommt?

Schule sollte etwas sein, das dem Kind Spaß macht. Einen wesentlichen Beitrag hierzu können die Eltern leisten, so MMag. Nicole Trummer, Psychotherapeutin, klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin im Gespräch mit NEWS.AT. Deren Aufgabe ist es, mit dem Kind über das Thema Schule zu reden, ihm aufzuzeigen, welche Vorteile der Unterricht mit sich bringt und was es bedeutet, lesen, schreiben und selbständig arbeiten zu können. Es ist wichtig, dem Kind ein positives Bild der Schule zu vermitteln. Es sollte die Schule nicht mit einem "ich muss", sondern mit einem "ich darf" verbinden.

Zeit zum Eingewöhnen
Dennoch: Sich daran zu gewöhnen, ab sofort in ein System mit fixen Strukturen eingebettet zu sein, ist laut der Expertin nicht leicht. Anfängliche Schwierigkeiten, sich auf die neue Situation einzustellen, sind aber noch lang kein Grund, gleich Alarm zu schlagen. Sind die Probleme nach rund einem halben Jahr allerdings immer noch vorhanden, ist Handeln gefragt. Bei speziellen Beratungsstellen (siehe unten) finden Eltern Unterstützung. Dann gilt es herauszufinden, ob es sich um reine Verhaltensauffälligkeiten oder um kognitive Teilleistungsschwierigkeiten wie z.B. Legasthenie handelt.

So lernt es sich leichter
Auch beim Lernen können die Eltern ihren Sprössling unterstützen. Und zwar indem sie Interesse – echtes Interesse! – daran zeigen, was das Kind lernt, sich aktiv am Lernprozess beteiligen und das Kind positiv motivieren. Wenig hingegen bringt es, die elterliche Pflicht aufs reine Abprüfen zu beschränken. Für den Fall, dass Konflikte mit dem Lehrer auftreten, hat MMag. Trummer folgenden Tipp: "Neben der Wissensvermittlung ist es auch die Aufgabe der Lehrer, Fehler zu suchen und aufzuzeigen. Selbst kritisiert zu werden ist dagegen für niemanden angenehm. Im Gespräch mit dem Lehrer ist es daher wichtig, ihn um Unterstützung zu bitten. Mit Beschuldigungen und Maßregelungen kommen Sie nicht weit."

Tipp für kleine Langschläfer
Für Eltern von Langschläfern hat die Expertin aus dem Kinder-, Jugend- und Familienbereich folgenden Tipp parat: "Um das morgendliche Aufstehen zu erleichtern, sollte man Stress vermeiden. Packen Sie bereits am Abend die Schultasche, richten Sie das Gewand für den nächsten Tag her und beginnen Sie den Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück. Wecken Sie Ihr Kind rechtzeitig. So können Sie zeitbedingte Streitigkeiten und Eskalationen umgehen."

Hier finden Eltern Rat und Hilfe
Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychotherapie
Schulpsychologie-Bildungsberatung im bm:ukk
• Schulpsychologie - Beratungsstelle für allgemeinbildende Pflichtschulen, Dr. Brigitta Srncik, brigitta.srncik@ssr-wien.gv.at

8.9.2011 07:32
Autor:Klara Vakaj