Steirische FPÖ erregt Ärger der UNO: Anti-
Minarett-Spiel für Ban Ki-moon inakzeptabel
- Website-Applikation inzwischen vom Netz genommen
- Freiheitliche sehen das Ziel ihres Vorhabens erreicht

·"Ich frage mich: Wer
ist jetzt der Islamist?"
Launiger Wahlauftakt der SPÖ in Wiener Stadthalle
·Österreich hat ein
Problem mit Moscheen
Laut Umfrage ist jeder
Zweite gegen Minarette
·Steirische FPÖ hat
Ärger der UNO erregt
Anti-Minarett-Spiel ist
für Ban "inakzeptabel"
·'Wir werden vor den Rechten nicht kuschen'
IGGiÖ-Chef Schakfeh verteidigt Moscheen-Plan
·Straches Wahlkampf-
Ballon geht in die Luft
Nur der Stromausfall und die Stinkbomben stören
Das Anti-Minarett-Spiel der steirischen FPÖ erregt sogar das Gemüt des Chefs der Vereinten Nationen. Im Interview meint UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zu dem mittlerweile auf Antrag der Justiz vom Netz genommenen Computer-Spiel: "Das ist total inakzeptabel. Das ist islamophob". Die Verunglimpfung des Glaubens anderer Menschen sei nicht hinnehmbar.
Ban Ki-moon, Chef der Vereinten Nationen, hält nicht viel vom Website-Spielchen der steirischen FPÖ: Das Anti-Minarett-Spiel, bei dem man islamische Gebetshäuser und Vorbeter per Klick entfernen muss, hat den UNO-Boss einigermaßen "überrascht", wie der Südkoreaner im Gespräch mit der Presse betont. "Ich habe immer sehr stark die Wichtigkeit des Dialogs zwischen verschiedenen Religionen und Traditionen betont", erinnert Ban, um hinzuzufügen, dass das Spiel "total inakzeptabel" und "islamophob" sei.
Das umstrittene Anti-Minarett-Spiel ist indes auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits vom Netz. Das Gericht sei dem tags zuvor eingebrachten Antrag offenbar schnell gefolgt, hieß es von der Staatsanwaltschaft Graz. Der steirische FPÖ-Landeschef Gerhard Kurzmann kündigte Berufung an, sieht das mit dem Online-Spiel angepeilte Ziel aber dennoch erreicht.
Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hans-Jörg Bacher, bestätigte, hatte die Anklagebehörde einen Antrag bei Gericht gestellt, nach dem Mediengesetz eine Beschlagnahme bzw. Sperre der Website durchführen zu lassen. Auf der Homepage der steirischen Freiheitlichen heißt es an der Stelle, wo bisher das Spiel positioniert war: "Liebe Besucher, aufgrund der politischen Einflussnahme unserer Gegner wurde dieses Spiel durch die Justiz verboten."
FPÖ kündigt Berufung an
FPÖ-Landeschef und Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann bestätigte den Erhalt des Beschlusses: "Unser Rechtsvertreter hat uns geraten, das Spiel vom Netz zu nehmen und eine Erklärung zu veröffentlichen". Man werde volle Rechtsmittel einlegen, zumal man nicht mit dieser Entscheidung der Justiz übereinstimme. 214.000 Zugriffe bis zuletzt zeigten, dass das Thema interessiere. Das Hauptziel des Spiels, eine Diskussion zu initiieren und der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, per Abstimmung Einfluss zu nehmen, sei jedenfalls erreicht worden, so Kurzmann.
Das Anti-Minarett-Spiel mit dem Titel "Moschee-Baba" hatte zum Inhalt, Moscheen und Minarette sowie Muezzine per Mausklick "zu stoppen" und dafür Punkte zu sammeln.
UNO-Generalsekretär: "Total inakzeptabel"
Das Anti-Minarett-Spiel erregt sogar das Gemüt des Chefs der Vereinten Nationen. Im Interview mit der "Presse" meint UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zu dem mittlerweile auf Antrag der Justiz vom Netz genommenen Computer-Spiel: "Das ist total inakzeptabel. Das ist islamophob". Die Verunglimpfung des Glaubens anderer Menschen sei nicht hinnehmbar.
(apa/red)
