Dienstag, 31. August 2010

"Passive politische Kultur in Österreich":
Vor allem Jugendliche haben kein Interesse

  • Ist in den letzten Jahren immer schlecher geworden
  • Studie: Unmut vor allem gegen Parteien & Politiker

In Österreich sei es in den vergangenen Jahren zu einem Vertrauensverlust in die Politik gekommen. Die Bevölkerung zeigt immer weniger Interesse, an Wahlen teilzunehmen. Am stärksten interessieren sich die Österreicher noch für die Innen-, Landes- und Gemeindepolitik. Die Weltpolitik begeistert sie noch mehr als die EU, die am schlechtesten abschneidet.

Insgesamt biete sich das Bild einer "eher passiven politischen Kultur in Österreich", so Reinhold Popp von der Fachhochschule Salzburg, der die Studie durchführte. Besonders bei jungen Menschen zeigten sich eine größer werdende Distanz zur Politik. Das Wort "Politikverdrossenheit" müsste richtig "Politikerverdrossenheit" oder "Parteipolitikverdrossenheit" heißen, da sich der Unmut der Bevölkerung insbesondere gegen Parteien und Berufspolitiker richtet, folgerte Popp.

Die politische Beteiligung sei bei Wahlen auffallend gesunken, was besonders für die Bundespräsidentenwahl zutreffe. Auch bei den Nationalratswahlen sei ein geringerer Urnengang auffallend. Noch dramatischer als bei den nationalen Wahlen fällt der Rückgang der Wahlbeteiligung bei den sogenannten Nebenwahlen aus, wozu beispielsweise ÖH- oder Kammerwahlen fallen.

Ältere nutzen politische Mitbestimmung
Die Möglichkeit der politischen Mitbestimmung durch Wahlen werden von den Älteren noch deutlich stärker genutzt als von den Jungen. Das könne dadurch erklärt werden, dass ältere Menschen den Wahlakt aufgrund ihrer politischen Sozialisation wichtiger finden als jüngere, stellte der Zukunftsforscher fest.

"Ewige Kompromisse bringen nichts. Besser wäre, eine Partei würde allein regieren. Wenn sie versagt, kann sie abgewählt werden." Diesem Satz stimmen die Hälfte der Österreicher zu: Ein solches Ergebnis wäre noch vor 25 Jahren fast revolutionär gewesen, denn damals war das Konsensklima unumstritten.
(apa/red)

31.8.2010 14:42
Q-Marine, 01. 09. '10 12:56
Logisch
In Österreich kann man meiner Meinung nach schon lange nur noch nach dem Ausschlussverfahren wählen.
Nach Ausschluss der Parteien, die ihr Unvermögen unser Land vernünft zu regieren bereits überdeutlich bewiesen haben oder aus anderen Gründen für mich wegfallen, bleibt mir nur, die FPÖ zu wählen.
Es ist für mich absolut unverständlich, warum Parteien wie die SPÖ weiterhin gewählt werden, obwohl sie bereits ihre Chance hatten und dabei in jeder Form versagt haben. Den Österreichern ist offenbar echt nicht zu helfen! Mit uns kann mans eben machen, klar dass es dann weitergeht wie gehabt.

Verständlich finde ich aber das Wahlverhalten der Jugend, es scheint mir in Anbetracht der Umstände sogar noch überraschen viel gewählt zu werden.
sidestep, 01. 09. '10 09:37
Warum wollen junge nicht wählen gehen?
Warum wollen Junge nicht wählen gehen? Ganz einfach: Sie glauben, dass sie nur Stimmvieh sind und mit Ihrer Stimme bei den verkrusteten Altpolitikern nichts verändern können. Und genau so ist es auch!
Polit, 01. 09. '10 06:54
Diktatur
Wenn die lieben Politiker so weiter machen, werden diese noch ihr blaues Wunder erleben.

Ich persönlich wäre für eine DIKTATUR, da hat nur Einer das sagen und nicht ein ganzer Kindergarten voller möchtegern Dip-Ing-Dr etc.....

Anstatt dass die Parteien für Österreich kämpfen und verbessern sollten, ziehen sie aneinander vorbei!! Die sollten lieber alle zusammenhalten und nicht sich gegeneinander ausspielen.

Wenn es so weiter geht wird das Volk wieder einen starken Mann haben wollen!!!! Nur einer der das Sagen hat!!!

Kein Wunder dass die Menschen das Interesse verlieren, wenn sich die Streithähne im Parlament wie 5-jährige verhalten.

Lächerlich
1silber12, 01. 09. '10 06:40
Abg.zum NR FAUL
Warum gibts hier keinen Bericht vom Rücktritt und den verbalen und tätlichen Entgleisungen des Abg. Faul???
Wenn Sie seriöse Redakteure sein wollen müsste news darüber 2 Wochen berichten. Bei anderen Politikern tun Sie das doch auch
1silber12, 01. 09. '10 06:42
Re: Abg.zum NR FAUL
2 Wochen Titelseite bitte !!!
kritiker68, 31. 08. '10 22:59
wählen ist nicht mehr mitbestimmen ...
... denn eine partei zu wählen, heißt noch lange nicht, dass man auch sicher sein kann, was diese partei nach der wahl wirklicht macht - oder auch nicht.
und weil man mit der wählerstimme keine mitbestimmung mehr hat, ist die wählerstimme auch nichts mehr wert.
user2000, 31. 08. '10 12:21
Wie ist das möglich?
Wo schon 100% Misstrauen herrscht, kann ja kaum mehr werden.
Wie wir Tagtäglich aus den Medien entnehmen können, arbeiten ja alle Politiker in die Eigene Tasche (Ansonsten würde Österreich ein wenig anders da stehen..)
Und was das schlimmste, oder eher das perverseste ist, es muss keiner mehr Rechenschaft abhalten.
Also wie soll da jemand Vertrauen in unser Kasperlte… äh ich meine Politik haben.