Samstag, 4. September 2010

U-Bahn ist nun auch eine Nacht-Bahn: Start
des 24-Stunden-Betriebs ist ein voller Erfolg

  • 70.000 Fahrgäste bei ersten Nachtfahren mit dabei
  • Einsame Polizisten-Duos sorgen für nötige Sicherheit

Rund 70.000 Fahrgäste haben in der Premierennacht der 24-Stunden-U-Bahn das nächtliche Öffi-Angebot in Wien genutzt. 63.000 Personen brausten in den Zügen durch die Stadt, die restlichen 7.000 frequentierten das modifizierte Nachtbussystem. Den starken Auftakt der Nacht-U-Bahn führten die Verkehrsbetriebe auf das "riesige Interesse" am Partyreigen "Nightride" zurück.

Mit ausgedrucktem Fahrschein konnte man nicht nur kostenlos durch die finstere Stadt brausen, sondern erhielt auch freien Eintritt in 35 Locations. Die Züge seien durchwegs pünktlich verkehrt, versicherten die Wiener Linien am Samstag. Am meisten Verkehr herrschte im Übrigen zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt: Knapp 16.000 Menschen hätte die U4 in den Nachtstunden verzeichnet. Das entspricht in etwa dem Passagieraufkommen des bisherigen Nachtbussystems an einem ganzen Wochenende. Durch das neuen nächtlichen Mischangebot aus U-Bahn und Nightlines erwarten sich die Verkehrsbetriebe mittelfristig rund 30.000 Fahrgäste pro Wochenende.

Positive Bilanz zogen die Wiener Linien auch in puncto Sicherheit. Sämtliche Öffi-Benutzer seien unbeschadet durch die Nacht gekommen, wurde versichert. Begleitet werden die Züge auch künftig von je zwei Polizisten, wobei Mitarbeiter der Wiener Linien - "Nightliner" genannt - zusätzlich deeskalierend wirken und für etwaige Fragen zur Verfügung stehen sollen.

Die Wiener U-Bahn fährt ab sofort vor Sams-, Sonn- und Feiertagen ohne Unterbrechung, in den Nachtstunden im 15-Minuten-Intervall. Der Betrieb kostet jährlich rund 5,1 Mio. Euro, das geänderte Nachtbussystem schlägt mit zusätzlichen 5,6 Mio. Euro pro Jahr zu Buche. Eingeführt wurde die 24-Stunden-U-Bahn rund sieben Monate nach der Volksbefragung, bei der eine knappe Mehrheit der Wiener für das Angebot stimmte.

(apa/red)

4.9.2010 11:46