Elsner beantragt elektronische Fußfessel:
Ex-BAWAG-Chef bald nur unter Hausarrest?
- Verteidiger: Antrag bis spätestens nächste Woche
- OLG hatte zuletzt U-Haft-Verlängerung angeordnet

·Mit Fußfessel die Reststrafe absitzen
Elektronisch überwachter Hausarrest tritt in Kraft
·Gefängnisse sind
voll bis unter das Dach
Kapazitäten der Justiz erreichen Schmerzgrenze
·Hoffnungsschimmer
für Helmut Elsner
Ab Herbst: 500 Häftlinge
erhalten Elektro-Fußfessel
·Die elektronische Fußfessel kommt
Bandion-Ortner: "Neue Ära im Strafvollzug"
Helmut Elsner wird die elektronische Fußfessel beantragen. Dies teilte Elsners Verteidiger, Jürgen Stephan Mertens, mit: "Der Antrag wird Ende dieser oder spätestens Anfang kommender Woche eingebracht." Ob er genehmigt wird, hat der zuständige Haftrichter im Wiener Straflandesgericht, Christian Böhm, zu entscheiden.
Unter bestimmten Voraussetzungen soll zukünftig U-Häftlingen und zu kurzen Freiheitsstrafen verurteilten Straftätern der Aufenthalt im Gefängnis erspart werden, um die teilweise überfüllten Justizanstalten zu entlasten. Das Justizministerium geht davon aus, dass bis zu 500 Personen jährlich ihre U-Haft bzw. Strafhaft statt in den Zellen im elektronisch überwachten Hausarrest absitzen werden. Diese Maßnahme ist nur mit Zustimmung des Betroffenen und seinen Angehörigen möglich.
Zustimmung Elsners
Elsners Rechtsvertreter - neben Mertens fungiert auch der Wiener Rechtsanwalt Andreas Stranzinger als Rechtsbeistand - haben in einer Besprechung mit dem mittlerweile 75-jährigen Ex-Banker dessen Zustimmung zur Fußfessel eingeholt. Auch Ehefrau Ruth Elsner zeigte sich damit einverstanden. "Die Hoffnung war da, dass wir es ohne diese Fußfessel schaffen, ihn auf freien Fuß zu bekommen", sagte Mertens. Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) habe jedoch entgegen aller Erwartungen die jüngste Haftbeschwerde verworfen und die Verlängerung der U-Haft angeordnet.
"Gegen die völlig irreale Einschätzung einer angeblichen Fluchtgefahr wird eine Grundrechtsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof und eine Verfassungsbeschwerde eingebracht", kündigte Mertens an.
(apa/red)
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