Dienstag, 24. August 2010

Electronic Arts unter Bundeswehr-Beschuss:
Neuer Afghanistan-Shooter "widerwärtig"

  • Größe Empörung über Setting in "Medal of Honor"
  • EA kontert und will das Spiel keinesfalls zurückziehen

Der im Oktober erscheinende Shooter "Medal of Honor" erregt in Deutschland jetzt schon die Gemüter. Grund: Die Serie trennt sich vom Setting des Zweiten Weltkrieges und schwenkt thematisch auf den aktuellen Kriegsschauplatz Afghanistan. Die Deutsche Bundeswehr zeigt sich empört, Bundeswehrverbandssprecher Wilfried Stolze erklärt in einem Interview des Nachrichtenmagazins Focus: "Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben."

Selbst in den USA machte das Spiel bereits Negativschlagzeilen - nicht zuletzt deshalb, weil man im Mehrspieler-Modus auch die Partei der Taliban ergreifen kann. Hersteller Electronic Arts denkt aber nicht daran, das Spiel zurückzuziehen. Das Unternehmen argumentiert damit, dass aktuelle Gewalt in Spielen ihre Berechtigung hat, wenn sie ohnehin auch in anderen Medien thematisiert wird.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit sorgten Shooter für medialen Wirbel. So musste etwa 2009 die Einzelspieler-Kampagne in "Call of Duty: Modern Warfare 2" für Europa entschärft werden, weil man bei einem terroristischen Anschlag auf einen russischen Flughafen auf Zivilisten schießen konnte. Spielehersteller Konami hatte zuvor den Irak-Shooter "Six Days in Fallujah" aufgrund des öffentlichen Drucks erst gar nicht veröffentlicht. (red)

Link:
www.focus.de

24.8.2010 11:45
Vasant, 24. 08. '10 12:29
Nicht die Spiele sind widerwärtig ...
USA und Deutschland regen sich über Spiele auf, während
die den Krieg in der Realität führen? Im Spiel stirbt KEIN
einziger Mensch, aber in Afghanistan täglich Hunderte!

Ich selbst spiele "Modern Warfare 2" bzw. die gesamte
Call of Duty Serie und dadurch wird einem erst richtig
bewusst, wie schlimm das in der Realität sein muss.
Bei solchen Spielen gehts um Reaktionszeiten und
nicht darum einfach hirnlos zu metzeln!

Ständig verurteilt man die Ego Shooter, aber in Kriege
investieren gewisse Länder Milliarden, während deren
Bevölkerung mit Existenzängsten und Arbeitslosigkeit
zu kämpfen hat!

Wenn die Regierungen und Politiker mehr Hirn hätten,
dann würde man das Geld anders investieren! Ein Spiel
kann ich abdrehen, einen Krieg leider nicht ....
Musician, 24. 08. '10 12:40
Re: Nicht die Spiele sind widerwärtig ...
Meine Meinung.

Dazu muss ich aber noch was ergänzen..
In Spielen ist die Gewalt auf wenige Dinge begrenzt, wie Schiessen, Schlitzen und in die Luft jagen. In der Realität gehen aber grausamkeiten ab gegen die man mehr unternehmen sollte. Z.B Die Beschneidung der Frau, Steinigungen, Folterungen... all diese kranke scheisse gibt es in pc spielen nicht. Und wenn ich noch einmal im Fernsehen irgendsoeine schwachsinnige reportage höre wo sogenannte experten meinen jeder der Ego-shooter zockt ein amokläufer is.. na dann komm ich und hol euch ;)

Spielts selber mal solche Spiele, dann wissts wenigstens wovon ihr redets. ihr affen
freeyourmind, 24. 08. '10 14:28
Re: Nicht die Spiele sind widerwärtig ...
kann ich nur zustimmen!
Zudem muss man erwähnen, wenn man bedenkt, wieviele Menschen heute Ego-Shooter spielen, da ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ein Amokläufer auch solche Spiele gezockt hat. Der Umkehrschluss ist aber keinesfalls gültig! Zusätzlich weiß jeder, der beim Heer war wie unbequem es ist eine Waffe auch nur 5 min halten zu müssen, geschweige den auch noch mit Augen auf ein "Ziel" gerichtet, am PC läuft man halt Stunden herum und fühlt sich herausgefordert, ohne das ganze jetzt mit der Realität zu assoziieren.... Verbieten sollte man die Realität nicht die Virtualität!!!