Nie wieder selbst am Staubsauger hängen?
Der iRobot Roomba im Test von NEWS.at
- Haushaltshilfe verpricht automatische Bodenreinigung
- So urteilen die NEWS.at-Redakteure über das Gerät
Preisfrage: Halten Sie Staubsaugen für eine attraktive Freizeitbeschäftigung? Eben. Für die meisten unter uns ist das lärmende Herumeiern lediglich mühsamer Alltagsbestandteil, der leider notwendig ist, um nicht Opfer der nächsten Lurch-Armee zu werden. Was in diesem Zusammenhang wie verlockende Zukunftsmusik klingt, hat bereits Einzug in die Realität gefunden: Staubsauger-Roboter. NEWS.at hat ein Gerät getestet.
Anbieter dafür gibt es schon etliche, den "Mercedes" unter diesen Geräten stellt aber immer noch iRobot dar. Das Unternehmen kann auf 10 Jahre Erfahrung in der Entwicklung zurückgreifen und ist bereits 7 Jahre lang im Geschäft - so lange wie kein anderer Mitbewerber. NEWS.at hat den iRobot Roomba 563 Pet unter die Lupe genommen.
Sau(g)geil
Unter dem iRobot Roomba darf man sich natürlich kein humanoides Helferlein vorstellen, das den altbewährten Staubsauger in die Hand nimmt. Vielmehr steckt eine erstaunlich kompakte "Flunder" dahinter, die optisch an einen überdimensionalen tragbaren CD-Player erinnert. Ein wiederaufladbarer Akku versorgt den Antrieb der zwei Gummiräder und das Saugwerk mit Strom.
Apropos Saugwerk: Berücksichtigt man Größe und Energieversorgung des Geräts, ist es offensichtlich, dass man sich nicht tausende Watt an Saugkraft erwarten darf. Das System des Roomba ist dennoch sehr effizient: Über gegenläufig rotierende Bürstenwalzen an der Unterseite werden Staub, Schmutz, Haare und Krümel vom Boden aufgenommen und in einen auswechselbaren und beutellosen Auffangbehälter befördert. Zusätzlich dazu verfügen die neuen Modelle über eine seitlich rotierende Kantenreinigungsbürste, um auch Ecken und Leisten säubern zu können.
Freie Fahrt durch die Wohnung
Eine wesentliche Rolle bei der Säuberung spielt die vollautomatische Navigation des Geräts durch die Wohnung. Berührungs- und Infrarotsensoren dienen dabei zunächst zur korrekten Abstandmessung, um Kollisionen mit der Wohnungseinrichtung zu minimieren oder etwa den Absturz über Treppen zu verhindern.
Die Sensoren sind aber vor allem für die Umsetzung unterschiedlicher Reinigungsstrategien verantwortlich, zwischen denen der Roomba regelmäßig wechselt: Setzt man ihn anfangs etwa frei im Raum ab, beginnt er mit einer sogenannten Spiralfahrt, bei der immer weitere Kreise nach außen zieht, bis er an ein Hindernis stößt. Diese Strategie wird auch dann angewandt, wenn der Roboter besonders schmutzige Flächen erkennt und seine Intensivreinigung startet. Nach einer Kollision wird wahlweise in die Wandverfolgung, Amöben- oder Zufallsfahrt gewechselt.
So wird je nach Modell eine Flächenabdeckung von bis zu maximal 80m² gewährleistet, mittels inkludierter "virtueller Wände"(Lichtschranken) lässt sich die Reinigungsfahrt des Roomba in bestimmten Gebieten verhindern bzw. beim Kauf zusätzlicher "Leuchttürme" (Signalgeber) gezielter auf mehrere Räume erweitern. Beachtlich: Meistens findet das kleine Helferlein auch wieder zur inkludierten Ladestation zurück. Nach drei Stunden Ladezeit ist der Akku voll, mittels Wochentimer kann man die Zeiten vorgeben, wann der Roomba sein Programm wieder aufnehmen soll.
Verfügbare Modelle
Die Produktserie iRobot Roomba 500 gibt es in vier Ausführungen, die sich durch Ausstattung und Ausdauer unterscheiden. Der 520 kostet rund 280 Euro und stellt das Basis-Modell dar. Der 555 für knapp 350 Euro hat einen stärkeren Akku und verfügt bereits über einen Wochentimer. Zusätzlich kann er bereits auf die "virtuellen Wänden" reagieren. Der 563 Pet kostet ist für knapp 380 Euro erhältlich und für Haustierbesitzer gedacht, da speziell enthaltene Bürsten auf die effiziente Entfernung von Tierhaaren ausgelegt sind. Der 581er für 450 Euro ist das Flaggschiff der Serie. Dieses Gerät hat den stärksten Akku und lässt sich optional sogar via Fernbedienung steuern.
NEWS.at-FAZIT
Die gute Nachricht: Es ist in der Praxis wirklich überraschend, wozu die Technologie rund um den iRobot Roomba bereits im Stande ist. Gerade die im Vorfeld aufgebaute Skepsis, dass ein Plastik-Ungetüm unkontrolliert durch die Wohnung geistern würde, erwies sich als weitgehend ungerechtfertigt. Der kompakte Roomba folgt nach einer kurzen Eingewöhnungszeit einem nachvollziehbaren Muster, das sich den Gegebenheiten der eigenen vier Wände erstaunlich präzise anpassen kann.
Die schlechte Nachricht: Der Staubsaugerroboter stellt momentan eher eine Ergänzung oder bestenfalls eine Entlastung zur Arbeit mit einem herkömmlichen Staubsauger dar als einen vollwertigen Ersatz. Dies resultiert einerseits aus der (für diese Verhältnisse) beachtlichen aber immer noch nicht ausreichenden Gründlichkeit, mit der das Gerät seine Arbeit verrichtet. Andererseits imitiert der Roomba jene Eigenschaft alteingesessener Heulbesen am besten, die man sich am wenigsten wünscht: Den hohen Lärmpegel. (red)
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