Pensionsproblematik gar nicht so schlimm?
Zukunftsforscher glaubt an Finanzierbarkeit
- Reinhold Popp: "Wichtige Weichen richtig stellen"
- Wirschaftswachstum & Pensionsreform notwendig

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·Pensionsproblematik
gar nicht so schlimm?
Zukunftsforscher glaubt
an eine Finanzierbarkeit
"Nüchtern betrachtet sind unsere Pensionen auch 2030 noch finanzierbar, wenn die zwei wichtigsten Weichen für die Fahrt in die Zukunft unseres Pensionssystems richtig gestellt werden." Zum einen gehe es um die konsequente Umsetzung von der österreichischen Pensionsreformkommission vorgeschlagenen Maßnahmen, zum anderen müsse die Wirtschaft kräftig wachsen, stellte der Zukunftsforscher Reinhold Popp von der Fachhochschule Salzburg in seinem Buch "Lebensqualität - Made in Austria" fest.
Im österreichischen System der staatlichen Alterssicherung haben die heutigen Pensionisten in ihrem früheren Berufsleben die sozialen Regelungen für ihre Vorgänger finanziert. Nach der Logik dieses sogenannten Umlagesystems spart nämlich der Erwerbstätige nie für sich selbst und die eigene Pension an. Das Geld der heute Erwerbstätigen wird in den Topf der Pensionsversicherung eingezahlt und an die heutigen Pensionisten ausbezahlt, erläuterte Popp. "Denn die Qualität der sozialen Leistungen orientiert sich immer an der aktuellen Wirtschaftslage. Geht es den Erwerbstätigen gut, geht es auch den Pensionisten gut."
Das wahrscheinlichste Pensionsszenario sieht der Zukunftsforscher folgendermaßen: Wenn das BIP in den nächsten Jahrzehnten real um zwei Prozent wächst, würde es im Jahr 2030 rund 350 Milliarden betragen. Damit wäre das von den Erwerbstätigen erarbeitete BIP fast doppelt so hoch wie 2006. Aus diesem Zuwachs ließen sich die Pensionen auch zukünftig finanzieren, wenn die Politik die notwendigen Reformen ernsthaft realisiert, ist Popp überzeugt.
Würde das Wirtschaftswachstum dagegen auf drei Prozent pro Jahr ansteigen, wäre das BIP im Jahr fast 2030 fast doppelt so hoch wie der heutige Wert - das wäre das Best-Case-Szenario. Daraus könnte der finanzielle Bedarf, der sich aus der demografischen Entwicklung ergibt, vollständig abgedeckt werden. Wenn die Wirtschaft nur um ein Prozent wachsen würde, dann betrage das BIP im Jahr 2030 weniger als 300 Milliarden Euro, führte der Zukunftsforscher aus. Bei dieser höchst unwahrscheinlichen Variante - dem Worst Case - müssten die Pensionsleistungen für die in zwei Jahrzehnten deutlich erhöhte Zahl von Pensionisten erheblich reduziert werden. Heftige politische Auseinandersetzungen wären in diesem Fall nicht auszuschließen.
(apa/red)

