Dienstag, 24. August 2010

AMS spart beim Förderprogramm: Kosten
sollen um bis zu 80 Mio. gesenkt werden

  • Abstriche bei Eingliederungsbeihilfe und Aktion 6000
  • Unternehmen sollen bei Lehrlingsausbildung helfen

Das Arbeitsmarktservice (AMS) muss im kommenden Jahr rund 70 bis 80 Mio. Euro einsparen. Um das zu erreichen wird es auch eine Reihe von Kürzungen bei einigen Förderprogrammen geben. So sollen unter anderem bei der Eingliederungsbeihilfe rund 25 Mio. Euro eingespart werden, die Aktion 6000 soll auslaufen und beim Qualifizierungsbonus soll ein Stufenmodell kommen.

Bei der Eingliederungsbeihilfe, die Unternehmen erhalten, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen, soll der maximale Förderbetrag laut "Standard" von jetzt rund 2.800 auf circa 2.500 Euro gesenkt werden. Derzeit beläuft sich die Förderung auf bis zu zwei Drittel des Gehalts und kann zwei Jahre lang gewährt werden. Im Vorjahr hat das AMS dafür rund 81 Mio. Euro ausgegeben.

Bei der "Aktion 6000" sollten neben Langzeitarbeitslosen vor allem Jugendliche mit mangelnder betrieblicher Praxis vermittelt werden. Die Unternehmen erhalten vom AMS für ein halbes Jahr 50 Prozent des Gehaltes ersetzt. Das Ziel 6.000 wurde Ende Juli mit 8.533 Vermittlungen deutlich übertroffen und läuft aus. Für 2011 soll das Einsparungen von 12 Mio. Euro bringen.

Stufenmodell beim Qualifizierungsbonus
Beim Qualifizierungsbonus soll ein Stufenmodell kommen. Derzeit erhalten Arbeitslose, die einen drei- bis sechsmonatigen Kurs absolvieren, zusätzlich zum Arbeitslosengeld 100 Euro. Bei Kursen, die länger als sechs Monate dauern, macht die Prämie 200 Euro aus. Künftig soll es für die ersten drei Monate nur das Arbeitslosengeld und keinen Bonus mehr geben. Zusätzlich 100 Euro gibt es dann für die Monate 3 bis 6 und ab dem 7. Monat werden dann zusätzlich 200 Euro gezahlt. Laut "Standard" belaufen sich die Einsparungen in diesem Bereich auf 16 bis 18 Mio. Euro jährlich.

Bei der Lehrlingsausbildung sollen verstärkt Unternehmen motiviert werden, mehr Lehrlinge aufzunehmen. Insgesamt sollen in diesem Bereich bis zu 30 Mio. Euro eingespart werden. Für heuer wird die Zahl der überbetrieblichen Lehrstellen jedenfalls noch um 1.500 auf 13.800 angehoben. Die Jugendlichen werden in überbetrieblichen Lehrwerkstätten ausgebildet, weil nicht genügend Ausbildungsplätze in den Unternehmen zur Verfügung stehen.

Der Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice habe sich darauf geeinigt, dass bei den genannten Punkten angesetzt werden könne, hieße es am Montag aus dem AMS zur APA. Die Details werden noch mit den Sozialpartnern ausgehandelt und sollen im Herbst im Verwaltungsrat beschlossen werden. Heuer hat das AMS für aktive Arbeitsmarktpolitik 1,005 Mrd. Euro zur Verfügung.
(apa/red)

24.8.2010 16:36