Bares für die Schultüte: Auf Eltern rollt zum
Schulbeginn die alljährliche Kostenlawine zu
- Ausgaben von bis zu 273 Euro lassen Kassen klingeln
- Mehrere Bundesländer bieten Schulstartförderung an

·Schulpflicht deckt
noch keine Kosten
IHRE MEINUNG: Sollen Bund & Länder zahlen?
·Sparen bei Kindern
und Prassen fürs Auto
Fuhrpark ist Österreich
wichtiger als Nachwuchs
·Kindergarten für Fünfjährige ist Pflicht
Ab September beginnt
der Ernst des Lebens
Füllfeder, Radiergummi, Borstenpinsel - alljährlich zu Schulbeginn müssen Eltern für ihre Sprösslinge tief in die Tasche greifen. Im Durchschnitt kostet ein Startpaket pro Erstklassler 118 Euro, in bestimmten Regionen und Schultypen können die Ausgaben sogar den 300-Euro-Rahmen sprengen. Die Arbeiterkammer rät dringend zum Preisvergleich: Unterschiede von bis zu 480 Prozent gehören zum Alltag. Aber auch bei den Bundesländern können sich Eltern den einen oder anderen Euro zurückholen.
Rund 80.000 Kinder müssten dieses Jahr zum ersten Mal die Schulbank drücken. Der Ernst des Lebens beginnt in der ersten Schulwoche aber höchstens für die Eltern: Durchschnittlich 118 Euro ist für jeden Erstklassler im Papier-Fachhandel berappen.
Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt: Tatsächlich ist die Preisspanne enorm groß. Im Normalfall liegen die Schreibutensilien, Schultaschen und Büromaterial umfassenden Ausgaben zwischen 67 und 273 Euro, zählt man dazu auch noch notwendige Investitionen wie einen Schreibtisch dazu, ist man schnell über 300 Euro.
"Wer auf jeden Euro schauen muss, vergleicht die Preise", rät AK- Konsumentenschützerin Manuela Delapina. Denn auch innerhalb einzelner Warengruppen sind Preisunterschiede von bis zu 480 Prozent gang und gäbe. Wer den Handelsketten ein Schnippchen schlagen will, hält Ausschau nach Aktionen zu Ferienende und verzichtet auf Marken-Produkte. Denn Qualität findet man auch bei No-Name-Waren, wie die Arbeiterkammer bestätigt.
Schulstart lässt Kassen klingeln
Des einen Leid, des andren Freud': Während Eltern angesichts der enormen Kosten stöhnen, freut sich der Handel über klingelnde Kassen. "Der Bedarf an Schul- und Studienartikel hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt", ist Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien überzeugt. Allein die Wiener Fachhändler dürfen sich auf ein Plus von 23 Prozent freuen und damit auf einen Umsatz von 37 Millionen Euro hoffen.
Im Durchschnitt wollen die Wiener laut einer von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebenen "makam market research"-Umfrage im Durchschnitt 63 Euro ausgeben. Von den durchschnittlichen Ausgaben ist man damit zwar weit entfernt. Aber immerhin können die Österreicher ja auch noch auf öffentliche Förderungen hoffen: In mehreren Bundesländern wie Salzburg, Niederösterreich, Kärnten oder Tirol besteht die Möglichkeit, Schulstarthilfe zu beziehen. Die deckt zwar nicht die gesamten Ausgaben - aber immerhin geht sich so noch das eine oder andere Geschenk zur Feier des Schulreife aus.
(red)

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