Ferrari attackiert 'Chef-Kritiker' Lauda: Retourkutsche für Kritik an Stallorder-Affäre
- "Gelegenheit ausgelassen, seinen Mund zu halten"
- Fällt Teamorder? Verhandlung in Paris im September

·Ferrari attackiert
'Chef-Kritiker' Lauda
Retourkutsche für Kritik
an Stallorder-Affäre
Niki Lauda ist bekannt dafür, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch nach dem Hockenheim-Stallorder-Skandal von Ferrari zählte der ehemalige Formel-1-Weltmeister zu den schärfsten Kritikern. Das ist Betrug am Publikum. So etwas darf man nicht durchgehen lassen, hatte Laude kein gutes Haar am Vorgehen Ferraris gelassen. In Hockenheim musste Felipe Massa seinen Teamkollegen auf Befehl der Box passieren lassen. Alonso gewann das Rennen vor Massa. Der Aufschrei in der Öffentlichkeit war groß. Stallorder ist in der Formel 1 verboten. Nun folgte Ferraris Konter auf Laudas Angriff.
Ferraris ominöser "Pferdeflüsterer" konterte auf der offiziellen Homepage der Scuderia in einem Beitrag mit der Überschrift "Moralisten mit kurzem Gedächtnis" die Lauda-Schelte. Der Österreicher habe nach dem Ende seiner Karriere mit seiner Meinung um sich geworfen. "Diesmal hat der gute alte Niki eine feine Gelegenheit ausgelassen, seinen Mund zu halten. Als er bei uns fuhr, hat ihm unsere Strategie immer perfekt gepasst", hieß es.
Lauda hatte das Vorgehen von Ferrari als inakzeptabel bezeichnet, nachdem Massa ohne Gegenwehr und zudem noch nach einem recht eindeutigen Funkspruch seinen Teamkollegen Alonso überholen lassen hatte. Der Spanier, der als Fünfter 20 Punkte hinter Spitzenreiter Mark Webber (Red Bull/Australien) und 10 Zähler hinter dessen drittplatziertem Teamkollegen Sebastian Vettel (Deutschland) liegt, gewann anschließend das Rennen.
Der World Council der FIA verhandelt die umstrittene Teamorder am 8. September in Paris. Die meisten Teams seien für eine Aufhebung der Stallorder, meinte Ex-Verbandsboss Mosley. Wenn man aber den Bedürfnissen des Publikums nachkommen wolle, müsse man das Verbot beibehalten. "Für den Fall, dass sie von einem Team ins Spiel gebracht wird, müssen wir eine empfindliche Strafe verhängen", forderte der Brite.
(red)
