Das höllische Verlies unter der Erde: Wie
Chiles Bergleute ums Überleben kämpfen
- Verschüttete richten sich auf dauerhaftes Bleiben ein
- Bewegungspflicht & Weinwunsch an den Präsidenten

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mit den Angehörigen
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Chile: Verschüttete richten sich häuslich ein
·Das Höllen-Verlies
tief unter der Erde
Wie Chiles Bergleute
ums Überleben kämpfen
·Durch einen dünnen
Schacht ans Tageslicht
Der Rettungsplan in der
NEWS.at-INFOGRAFIK
Pechschwarze Stollen, muffige Luft, Schmutz und Staub, wohin das Auge reicht: Die 33 verschütteten chilenischen Bergleute sitzen seit drei Wochen in ihrer persönlichen Hölle fest. Inzwischen wissen sie, dass es lange dauern wird, bis sie wieder an die Oberflächte zurückkehren können. Doch die Eingeschlossenen nehmen ihr Schicksal tapfer hin und beginnen, sich im kleinen Stollen einzurichten. Fest entschlossen, den Kampf ums Überleben nicht aufzugeben.
Es ist die härteste Prüfung ihres Lebens. Seit die 33 verschütteten Bergleute durch den Einsturz ihrer Mine eingeschlossen wurden, kämpfen sie unter widrigsten Umständen um ihr Überleben. 700 Meter unter der Erde haben sie sich in einem 25 Meter langen Raum eingerichtet. Dort schufen sie sich Stellen zum Kochen, zum Essen und - etwas abgeschieden - notdürftige Toiletten.
"Es geht uns gut", war eine der ersten handgeschriebenen Botschaften, die sie der Welt zukommen ließen, als zu Beginn der Woche durch eine 15 Zentimeter breite Röhre endlich der erste Kontakt mit der Außenwelt hergestellt werden konnte. Seitdem fassen sie wieder Hoffnung auf Rettung - auch wenn diese noch lange auf sich warten lässt.
"Ich bin sicher, dass sie von dort herauskommen werden", verbreitet indes Eduardo Strauch, der als uruguayischer Rugby-Spieler 1972 selbst nach einem Flugzeugabsturz 72 Tage abgeschieden im Eis der Anden überlebte, Zuversicht.
Überlebenswichtige Sendungen
In der Zwischenzeit werden die Bergarbeiter durch den Versorgungsschacht mit dem Nötigsten versorgt. Sehnsüchtig erwarten sie die Sendungen von kleinen Mengen Mineralwasser, Decken, Batterien für die Taschenlampen und winzige Briefchen ihrer Angehörigen. Besondere Sorge machen sich die Einsatzkräfte um den physischen Zustand der Eingeschlossenen.
Die heiße Feuchtigkeit, die tief in den Stollen herrscht, könnte die Gesundheit der 33 Männer gefährden. Auch das durch den Bergbau entstehende Schwefelgas ist vorhanden, allerdings "nicht in großen Mengen", wie Gustavo Lagos, Professor am Bergbauinstitut der Universidad de Chile versichert. Dennoch müssen die Helfer ihr Möglichstes tun, um die Auswirkungen des ungesundens Klima zu minimieren. Medikamente werden in größeren Mengen in die Tiefe verschickt - gemeinsam mit der Hoffnung, damit möglichen Infektionen Einhalt zu gebieten.
Bewegung tut Not
Eine gesundheitliche Gefährdung besteht allerdings auch aufgrund eines anderen Umstands: Der Mangel an Bewegung könnte zu Muskelschwung führen. Den Arbeitern wurde daher bereits ein tägliches Bewegungsprogramm verordnet. Gleichzeitig wird darauf geachtet, die von Helfern geschickten Nahrungsmittel streng zu rationieren. Denn die Bergleute dürfen keinesfalls zu sehr zunehmen - sonst ist eine Rettung durch den geplanten 68 Zentimeter breiten Rettungsschacht aussichtslos.
Eine auswegslose Lage ohne Absicht auf baldige Rettung? Die Bergleute lassen sich davon vorerst nicht beeindrucken - und haben die gute Laune noch nicht verloren: An Chiles Präsidenten Sebastián Piñera wandten sich die Eingeschlossenen mit der Bitte um eine gute Flasche Wein: Denn der Feiertag am 18. September kann auch in 700 Metern gefeiert werden. Und etwas Ausgelassenheit ist dort vermutlich noch überlebenswichtiger als an der Oberfläche.
(mei)
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