Ein Heldenauflauf mit Hollywood-Legenden:
"The Expendables" im NEWS.at Kino-Check
- Versammlung von Action-Legenden rund um Stallone
- Schwarzenegger lässt in Gastauftritt mehr vermissen
Sylvester Stallone, Jason Statham, Dolph Lundgren, Jet Li, Mickey Rourke, Bruce Willis UND Arnold Schwarzenegger in einem Film? Unglaublich aber wahr: Am Freitag startet The Expendables in den österreichischen Kinos und schafft es, die größten Testosteron-Legenden der letzten Hollywood-Jahrzehnte auf der Leinwand zu vereinen. Resultiert daraus aber auch ein ähnlich legendärer Action-Streifen? Oder orientiert sich der Heldenauflauf an seiner Namensgebung und ist auch für die Filmwelt entbehrlich? NEWS.at hat sich vorab in den Kinosessel geschwungen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.
Sylvester Stallone spielt in The Expendables nicht nur die Hauptrolle des Söldner-Anführers Barney Ross, sondern zeichnet sich auch als Autor für diesen Action-Thriller verantwortlich. Im Gegensatz zu grandiosen Meilensteinen wie Rocky oder Rambo wirkt sein neuester Wurf über weite Strecken aber wie eine Safari durch den Platitüden-Dschungel.
Church (Bruce Willis) beauftragt Profisöldner Barney Ross im Namen einer zwielichtigen Organisation, das Regime eines südamerikanischen Diktators im Inselstaat Vilena zu beenden. Selbst mit einem schlagkräftigen Team, das unter anderem den SAS-Messerexperten Lee Christmas (Jason Statham), den Kampfsport-Profi Yin Yang (Jet Li) und den verrückten Kriegsveteranen Gunnar Jensen (Dolph Lundgren) vereint, scheint das aber eine vermeintlich unüberwindbare Aufgabe zu sein. Der Plot beweist das Gegenteil und bleibt dabei genauso flach wie die Kulisse des Films, die meist nach kurzer Zeit in Schutt und Asche gelegt wird. Die Bemühungen von Stallone, den an sich interessanten Charakteren Tiefe zu verleihen, sind unausgewogen und driften wie etwa beim Monolog von Tätowierer und Ex-Mitglied Tool (Mickey Rourke) sogar kurzfristig ins (ungewollt) Peinliche ab.
Dennoch: Die meiste Zeit über genügt die schlichte Präsenz bzw. die hohe Dichte alteingesessener Leinwand-Helden, um den Zuseher bei Laune zu halten. Garniert mit humorvollen Einzeilern und opulenter Action-Kost im Stil der 80er Jahre hat The Expendables zweifelsohne seine Höhepunkte. Apropos Highlight: Obwohl unser Arnie nur einen kurzen Gastauftritt hinlegt, macht er sie zur besten Szene im ganzen Film. "Mein Freund liebt es, im Dschungel zu spielen, nehmt ihn", lässt das Drehbuch Arnold Schwarzenegger sagen und schnell wieder die Szenerie verlassen. "Was ist sein Problem?", fragt Church (Bruce Willis) verwundert. "Er will Präsident der Vereinigten Staaten werden", entgegnet Barney Ross (Sylvester Stallone).
Nach dieser Situation ist man stark dazu verleitet, einen Major Dutch Schäfer (Schwarzeneggers Rolle in Predator) zu vermissen, der die ganze Insel vermutlich alleine in den Sack gesteckt hätte. Aber dann wären alle anderen Darsteller dem Titel The Expendables (zu Deutsch: Die Entbehrlichen) wohl wirklich gerecht geworden. (bb)

