Donnerstag, 26. August 2010

Regierung pumpt mehr Geld in die Justiz:
Faymann & Pröll machen 28 Mio. Euro locker

  • Fast 190 neue Planstellen sollen bis 2014 entstehen
  • Koalition sagt Wirtschaftskriminalität den Kampf an

Die hitzige Diskussion über die Justiz hat auch etwas Gutes. Die Regierungsspitze gestand Justizministerin Bandion-Ortner bei einem kleinen Gipfel Donnerstagnachmittag 28 Millionen mehr zu als veranschlagt. Damit erspart diese sich die Streichung von knapp 190 Posten bis 2014. Ob angesichts dieser Budgetspritze andere Ressorts weitere Einsparungen vornehmen müssen, ließ Finanzminister Pröll offen.

De facto sollten in den kommenden vier Jahren im Justizbereich knapp 190 Planposten durch Nichtnachbesetzungen wegfallen. Dieser Plan wird korrigiert. Die Justiz kann nun doch Neuanstellungen im gleichen Ausmaß vornehmen, allerdings müssen diese verbindlich für die Bekämpfung von Korruption und Wirtschaftskriminalität verwendet werden. Richter und Staatsanwälte können damit gut leben.

Bundeskanzler Faymann betonte, dass die finanzielle Zuwendung beweise, wie ernst die Regierung das Problem von Korruption und Wirtschaftskriminalität nehme. Zudem geht der SPÖ-Chef davon aus, dass sich ein Teil der Aufwendungen refinanziert. Man denke nur daran, wie viel Steuergeld dem Staat durch Korruption entgehe, merkte Faymann an.

28 Millionen mehr
Woher nun die 28 Millionen für die Justiz kommen, die ab dem kommenden Jahr außerplanmäßig in Etappen überwiesen werden, blieb freilich fürs erste ein Geheimnis. Pröll ging auf Fragen, ob es nun ein höhere Defizit geben werde oder aber bei anderen Ressorts die Summe eingespart werden, ebenso wenig ein wie am Vortag im Parlament auf die 190 Oppositionsfragen zum Budget: "Wir werden insgesamt ein Paket vorlegen, das diese Finanzierung ermöglicht, ohne dass andere leiden müssen."

Die Gewinnerin des Tages war Justizministerin Bandion-Ortner. Einerseits konnte sie sich daran erfreuen, dass sie im Gegensatz zu anderen Kollegen von Nichtnachbesetzungen verschont bleibt und ihr auch noch ein wenig Zusatz-Geld für den Ankauf externer Expertise übrig bleibt, andererseits wird sie wohl auch ihr Weisungsrecht über die Staatsanwälte behalten. Vizekanzler Pröll äußerte nämlich seine Präferenz dafür, bei diesem System zu bleiben. Zum unter anderem von Faymann vorgebrachte Vorschlag, einen unabhängigen Bundesstaatsanwalt an die Spitze der Weisungspyramide stellen, meinte der VP-Obmann: "Es überwiegt die Skepsis." (apa/red)

26.8.2010 17:20
haxia1965, 26. 08. '10 21:14
Die wahren Gewinner
Nicht die Justizministerin ist die Gewinnerin des Tages, sondern die RichterInnen und StaatsanwältInnen, weil auf Grund eines offenen Briefes ihrer Standesvertreter die Einladung des Bundeskanzlers erfolgte...
Vasant, 26. 08. '10 17:32
SPÖ und ÖVP sprich Faymann und Pröll ...
schleudern nur so mit den Steuergeldern, dass einem echt
schlecht wird. Und am Ende raunzt man dann, über das ach
so geringe Budget;) Die Ironie daran ist nur, dass dies die
Steuerzahler dann wieder einbringen müßen;)

Brüssel, Griechenland, Afghanistan, Pakistan etc. werden
mit unseren Geldern zugestopft, es wird in "Projekte" in
unserem Land investiert die keine Sau braucht und dann
sind da natürlich noch die Gehälter der Politiker die ja
für diese "Leistungen" auch nicht zu gering ausfallen;)

Freuen wir uns auf die selbstlobenden Wahlkampagnen,
denn auch diese werden durch Steuergelder finanziert;)
Wer sich da noch wundert, warum wir in einer Krise
stecken, dem kann man auch nicht mehr helfen ....
kritiker68, 26. 08. '10 22:18
Re: SPÖ und ÖVP sprich Faymann und Pröll ...
die sündteuren inserate, bezahlt von steuergeldern, die wir wirklich sinnvoller anlegen könnten, sind sowieso das größte! so eine sinnlose verschwendung muss einem ja erst einmal einfallen! und dazu braucht man dann auch noch die präpotenz, so eine idee auch wirklich umzusetzen! wundern braucht sich wirklich niemand mehr. es ist wahrlich nicht mehr erträglich, dieses kasperltheater!
kritiker68, 26. 08. '10 14:56
Bundeshymne und Justiz
Ist ja kein Wunder, dass nichts weitergeht, wenn die Justiz sich mit so sinnlosen Einwänden befassen muss wie in der Causa Bundeshymne und dem Zusatz "Töchter". Solange wir keine anderen Sorgen haben bzw. die echten Sorgen nicht diesen Blödheiten zumindest vorziehen, kann ja alles nicht so schlimm sein, oder?
Vasant, 26. 08. '10 17:36
Re: Bundeshymne und Justiz
Naja, mal ehrlich ... bei wirklich wichtigen Punkten haben
die kein Rückgrat und müßten ja definitiv arbeiten. Man(n)
kann doch nicht verlangen, dass z.B. ein Faymann oder
ein Pröll für knapp 20.000 Euro pro Monat schwitzen;)

Daher beschäftigen wir uns lieber mit Punkten die viel
einfacher sind, nämlich Geld ausgeben. Das geht schnell
und ist auch schnell erledigt;)

Geld zu erwirtschaften ist, wie alle die täglich wirklich
arbeiten gehen wissen, doch viel schwerer und daher
sicher nicht im Sinne eines Politikers aus Österreich
bzw. der gesamten Brüssel Fraktion.

Die EU ist eine SUPER BANK für Politiker und Manager.
Dort wird eingezahlt, jeder Politiker verdient mehr als
nur im eigenen Land, weil er ja "international" tätig ist
und bei Misserfolgen ... wars keiner;) Simples Gerüst!