'Wir werden vor den Rechten nicht kuschen':
Anas Schakfeh verteidigt Moscheen-Vorstoß
- IGGiÖ-Präsident: Vorurteile abbauen mit Transparenz
- Wahlkampfthema für rechte Parteien? "So oder so"
·FPÖ Steiermark lässt Minarette abschießen
Provokantes Online-Spiel erregt die Gemüter
·Keine Entschuldigung
von FPÖ-Boss Strache
Blauer untermauert
"Islamistenpartei"-Sager
·HC Strache gegen Minarett und Muezzin
Übliche FPÖ-Standpunkte
im ORF-Sommergespräch
·'Wir werden vor den Rechten nicht kuschen'
IGGiÖ-Chef Schakfeh verteidigt Moscheen-Plan

Für viel Aufregung sorgte IGGiÖ-Chef Anas Schakfeh mit der Aussage, eine Moschee inklusive Minarett in jeder Landeshauptstadt haben zu wollen. FPÖ und BZÖ reagierten prompt und sparten nicht mit scharfer Kritik. Im NEWS.at-Interview verteidigt der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft seinen Vorstoß und erklärt, warum er auch in den bevorstehenden Wahlkämpfen nicht vor den rechtsstehenden Parteien "kuschen" will.
NEWS.at: Herr Schakfeh, mit Ihrer Aussage, in jeder Landeshauptstadt eine Moschee inklusive Minarett zu bauen, haben Sie für großen Wirbel gesorgt. FPÖ und BZÖ reagierten mit scharfer Kritik und sprachen unter anderem von Brutstätten des radikalen Islam. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?
Anas Schakfeh: Diese Aussagen sind eigentlich keinen weiteren Kommentar wert, sie richten sich selbst.
NEWS.at: Beide Parteien suggerieren ein Bild, wonach jeder Muslim ein demokratiefeindlicher Terrorist sei, der seinen Ursprung in einer Moschee hat. Wie wollen sie dem entgegenwirken?
Schakfeh: Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass kein terroristischer Anschlag von einer Moschee ausgegangen ist. Um diesen Klischees entgegenzuwirken, bin ich für Transparenz statt Verstecken und Verheimlichen. Es ist ein fließender Prozess durch das Zusammenleben mit Menschen muslimischen Glaubens, womit diese Vorurteile abgebaut werden sollen. Wenn man uns besser kennen lernt, dann wird man auch dieses Bild korrigieren.
NEWS.at: In einigen Wochen wird in der Steiermark und in Wien gewählt. Die steirische FPÖ warnt explizit vor Moscheen und Minaretten. Besteht nicht die Gefahr, dass dieses Thema im Wahlkampf von den rechten Parteien ausgeschlachtet wird?
Schakfeh: Ich habe nicht gesagt, dass ich morgen eine Moschee in jeder Landeshauptstadt haben will, es ging darum, ob ich grundsätzlich dafür bin. Und wenn dieses langfristige Vorhaben dann realisiert wird, werden die Menschen eine Moschee als das wahrnehmen, was es tatsächlich ist: als Gotteshaus.
NEWS.at: Trotzdem haben Sie der FPÖ und dem BZÖ damit ein wunderbares Wahlkampfthema beschert. War der Zeitpunkt für diese Aussage nicht unglücklich gewählt?
Schakfeh: Es ist nicht klug, zu kuschen und sich zu verstecken, wenn rechtsstehende Parteien in jedem Wahlkampf islamfeindliche Parolen plakatieren, und wir werden das auch nicht machen. Ich hoffe dabei, dass sich auch die anderen zivilgesellschaftlichen Kräfte zu Wort melden, denn solche Tendenzen sind gefährlich für die gesamte Gesellschaft.
NEWS.at: Erwarten Sie in den bevorstehenden Wahlkämpfen weitere verbale Angriffe?
Schakfeh: So oder so, ob mit oder ohne meiner Aussage wird es wohl dazu kommen. Die rechtsstehenden Parteien haben scheinbar kein anderes Programm als Fremdenfeindlichkeit.
NEWS.at: Wie werden Sie darauf reagieren?
Schakfeh: Indem wir aufklären und mit den vernünftigen Menschen in diesem Land und das sind sehr viele kommunizieren.
(hoa)
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