40 Jahre Monza: Wer war Jochen Rindt?
Phänomen, Mythos, Held und großes Talent
- AUTOREVUE beleuchtet das Leben des Rennfahrers
- Wie Teamkollege John Miles seinen Unfall miterlebte

·40 Jahre Monza:
Wer war Jochen Rindt?
Der österreichische Aus-
nahmefahrer im Portrait
John Miles, 1970 noch Jochen Rindts Teamkollege bei Lotus, schilderte in der Autorevue 9/2000 eindrucksvoll, wie er und das Team den tödlichen Unfall miterlebten. Für seinen Geschmack gab es zu viele Defekte in dieser Saison 1970. Wegen der dauernden Modifikationen und weil ein drittes Auto für Emerson Fittipaldi einsetzten wurde, gab es zu viel Hektik, zu wenig Erholung für die Mechaniker.
Für Miles schien es bei den anderen Teams anders zu laufen. Der Lotus 72 litt von Anfang an unter drei Konstruktionsfehlern: Der übertriebene Anti-Dive-Effekt (gegen vorderes Einnicken) ließ die Bremsen schlagartig blockieren; der genauso übertriebene Anti-Squat-Effekt (gegen hinteres Eintauchen) führte zu schlechter Traktion, da sich die hintere Aufhängung versteifte; weiters taugten die Paxolin-Distanzscheiben an der Vorderachse nichts.
Diese "spacer" hätten die von den innenliegenden vorderen Bremsen erzeugte Hitze von den inneren Gelenken abschirmen sollen. Als man Anti-Dive und Anti-Squat aufgegeben hatte und das immer wieder schmelzende Paxolin durch ein neues Material ersetzt worden war, begann das Auto zu funktionieren weil sein Grundkonzept einfach gut war.
Aber es war ein unglaublich zerbrechliches Auto. Dauernd schienen wir etwas wieder zusammenzuflicken oder mussten Teile verstärken. Außerdem flogen mir immer die Motoren um die Ohren (später fand man heraus, dass der Fehler im Ölsystem lag). Zwei Wochen vor Monza, am Österreichring, war an meinem Auto eine Bremswelle gebrochen, fast wäre ich bis in die Bäume geflogen zu einem Rendezvous mit meinem Schöpfer.
Hier geht es weiter zur kompletten Jochen Rindt-Story in der aktuellen AUTOREVUE!
