Montag, 16. August 2010

Mit voller Kraft in Richtung Konfrontation:
Der Iran kündigt eine dritte Atomanlage an

  • Neues Gesetz begrenzt Zusammenarbeit mit IAEA
  • Israel schließt "keine Option" gegen den Iran aus

Der Iran will internationalen Sanktionen zum Trotz eine neue Anlage zur Urananreicherung bauen. Mit dem Bau solle bis März kommenden Jahres begonnen werden, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, im iranischen Staatsfernsehen. Demnach plant Teheran insgesamt zehn neue Atomanlagen. Wo sie stehen sollen, teilte Salehi nicht mit.

Bisher hat der Iran eine Anreicherungsanlage in Natanz in Betrieb. Eine zweite Anlage wird derzeit innerhalb eines Berges in Fordo nahe der heiligen Stadt Qom (Ghom) gebaut. Der Iran benötigt nach eigenen Angaben insgesamt 20 Anlagen zur Urananreicherung, um die Stromversorgung im Land für die nächsten 15 Jahre zu sichern.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die USA und die EU beschlossen zusätzliche Sanktionen.

Neues Gesetz zur IAEA
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad unterzeichnete unterdessen ein neues Gesetz, das es der iranischen Regierung verbietet, mit der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) in Bereichen zusammenzuarbeiten, die über den Rahmen des Atomsperrvertrags (NPT) hinausgehen.

Das Gesetz zur "Absicherung der friedlichen nuklearen Errungenschaften der Islamischen Republik" sei bereits vom Parlament und vom Wächterrat gebilligt worden, berichtete der staatliche Sender Press TV. Es verpflichte die Regierung außerdem, in einem Maße in die iranische Atomtechnologie zu investieren, dass die Nation ihre "volle nukleare Unabhängigkeit" erreiche.

Kernbrennstofft aus Russland
Ungeachtet des Atomstreits zwischen der internationalen Gemeinschaft und Teheran will Russland kommende Woche das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr mit Kernbrennstoff bestücken. Als Termin dafür sei der 21. August vereinbart, teilte ein Sprecher der russischen Atombehörde Rosatom mit. Sobald sich der Kernbrennstoff in dem Reaktor befinde, sei dieser offiziell als Atomanlage zu betrachten.

Israel betrachtet das iranische Atomprogramm mit großer Sorge, weil Teheran Israel nicht als Staat anerkennt, Ahmadinejad den Holocaust in Frage stellt und das baldige Verschwindung des "zionistischen Regimes" von der Weltkarte prophezeit.

Israel schließt "keine Option" aus
Israel hat deshalb gegenüber Teheran "keine Option" ausgeschlossen. Der Journalist Jeffrey Goldberg kommt in einem Beitrag für die September-Ausgabe des US-Magazins "The Atlantic" zu dem Schluss, Israel könnte den Iran bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate im Alleingang angreifen und dabei auf "grünes Licht" der US-Regierung verzichten.

(apa/red)

16.8.2010 14:10
Andreas1958, 16. 08. '10 23:17
Arm im Geiste
wenn der kopf nichts mehr hergibt zur lösung von problemen, dann wird zur waffe gegriffen - siehe unrecht an den palästinensern. ein armutszeugnis .......