Sparen bei Kindern und Prassen fürs Auto:
Fuhrpark ist uns wichtiger als Nachwuchs
- Fahrbarer Untersatz verschlingt jeden sechsten Euro
- Noch mehr Geld geben wir nur für das Wohnen aus
·Sparen bei Kindern
und Prassen fürs Auto
Fuhrpark ist Österreich
wichtiger als Nachwuchs

Jetzt ist es offiziell: Österreich ist ein Volk voller Autonarren. Jeder sechste Euro, den wir ausgeben, wird in den Verkehr investiert. Während Autos, Pkw-Zubehör und Treibstoff jährlich 17 Milliarden Euro verschlingen, ist beim Nachwuchs Sparen angesagt: Für unsere Kinder geben wir inzwischen deutlich weniger aus als für den fahrbaren Untersatz.
Arme und Reiche in Österreich geben ihre Einkommen sehr unterschiedlich aus: Das unterste Einkommensviertel investiert 40 Prozent des Haushaltsbudgets in das Wohnen inklusive Energie und vier Prozent in den Verkehr. Das oberste Viertel gibt hingegen 18 Prozent für Wohnen und Energie aus, aber fast 25 Prozent für den Verkehr, geht aus einer Studie hervor, die Reinhold Popp von der Fachhochschule Salzburg für Zukunftsforschung erstellt hat.
"Es gilt: Je höher das Einkommen, desto höher der Ausgabenanteil für den Pkw." Offensichtlich signalisiere das Auto Kaufkraft und werde - wie alle Konsumerhebungen zeigten - als Unterscheidungsmerkmal immer wichtiger, folgerte Popp.
Auto schluckt jeden sechsten Euro
Durchschnittlich geben die Österreicher fast ein Fünftel des Haushaltsbudgets für Wohnen inklusive Energie aus. An zweiter Stelle steht mit über 16 Prozent schon der Verkehr: Fast jeder sechste Euro wird vom Pkw geschluckt. Die gefahrenen Kilometer haben sich in den vergangenen 40 Jahren verachtfacht, die Zahl der Pkw stieg auf das Zehnfache.
Rund 17 Mrd. Euro geben die Österreicher jährlich für das Auto, Zubehör und Treibstoff aus, führte der Zukunftsforscher aus. "Inzwischen übertreffen die Pkw-Ausgaben die Ausgaben für Kinder deutlich." Verantwortlich dafür seien insbesondere die höheren Einkommensklassen. Auch im durchschnittlichen Zeitaufwand schlage der Verkehr deutlicher zu Buche als die Kinderbetreuung. Österreich liegt der Nachwuchs eben wohl doch nicht zu sehr am Herzen.
(apa/red)
