Kräftiger Aufwind für heimische Wirtschaft:
BIP wuchs im 2. Quartal um satte 1,9 Prozent
- Österreich segelt im Schnelltempo aus der Krise
- Deutscher Wirtschaftsmotor läuft aber noch besser

·Griechen legen sich
für den Euro ins Zeug
Südeuropäer übertreffen
sogar noch Sparvorgaben
·Kräftiger Aufwind für
heimische Wirtschaft
BIP wuchs im zweiten Quartal um 1,9 Prozent
·Deutsche Wirtschaft
legt den Turbo ein
Nachbarland erlebt den
stärksten Boom seit 1987
Das Wachstum der heimischen Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal stark beschleunigt. Das BIP ist im Vergleich zum ersten Quartal um 0,9 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhte es sich um 1,9 Prozent, teilte das Wifo mit. Das BIP im Euroraum und in den 27 EU-Ländern stieg um 1,7 Prozent.
Im ersten Quartal dagegen stagnierte die Wirtschaft in Österreich noch, der Wert für das 1. Quartal wurde auf 0,0 von zuvor -0,1 Prozent revidiert. Der Warenausfuhr kam die kräftige Belebung der Auslandsnachfrage nach heimischen Produkten zugute, der Gesamtexport stieg gegenüber der Vorperiode real um 2,2 Prozent.
Hingegen war auch im 2. Quartal noch keine Belebung der Investitionsnachfrage zu verzeichnen. Der reale Rückgang der Anlageinvestitionen gegenüber dem ersten Quartal 2010 um 0,9 Prozent zeigt jedoch eine Verlangsamung der Abwärtsdynamik. Die Investitionsschwäche bremste das Wachstum des Imports, insgesamt wuchs die Einfuhr im zweiten Quartal gegenüber der Vorperiode real um nur 0,4 Prozent.
Die Konsumausgaben wuchsen im 2. Quartal nur mäßig, sowohl der private als auch der öffentliche Konsum wurde saison- und kalenderbereinigt real um 0,2 Prozent ausgeweitet - genau so stark wie im 1. Quartal.
Boom in Deutschland
Noch größer war der Aufschwung im Nachbarland. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit 23 Jahren nicht mehr. Boomende Exporte und steigende Investitionen ließen das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal steigen. Das stärkste Wachstum seit Frühjahr 1987 übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich: Sie hatten nur mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahr legte die Wirtschaftsleistung um 4,1 Prozent zu.
Das BIP in der Eurozone und in den EU-27 lag nach einer Schnellschätzung von Eurostat im 2. Quartal 2010 um je 1,7 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Spitzenreiter war dabei die Slowakei mit plus 4,9 Prozent. Einen BIP-Rückgang verzeichneten Lettland (-3,9), Griechenland (-3,5), Bulgarien (-1,5), sowie Spanien und Zypern (je -0,2). (apa/red)

