"Eine höllisch gefährliche Angelegenheit":
Reinhold Messner erinnert sich an den K2
- Aufstieg "endlose Schinderei" in brusthohem Schnee
- Legende hätte Kaltenbrunner Gipfelsieg gewünscht

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·"Höllisch gefährliche
Angelegenheit"
Reinhold Messner
erinnert sich an den K2
Die Route auf den 8.611 Meter hoch gelegenen Gipfel des K2 von der rund 600 Meter tiefer liegenden Schulter durch den Flaschenhals ist laut Bergsteigerlegende Reinhold Messner eine "höllisch gefährliche Angelegenheit". "Die Engstelle zwischen Fels und senkrechtem Eisabbruch ist durch immer wieder herausbrechende Seraks (Eis-Platten, Anm.) gekennzeichnet", schilderte Messner im Gespräch mit der APA. Zudem biete sich den Bergsteigern nach dieser Engstelle eine "unendliche Schinderei".
Viele würden in dem flachen Gebiet nach dem Flaschenhals im brusthohen Schnee stecken bleiben und aufgeben. Ohne Sauerstoffgeräte sei es nahezu unmöglich, dort eine Spur zu legen. Daher sei man auf andere Expeditionen angewiesen, die mit der entsprechenden Ausrüstung vorangehen. Diese Konstellation dürfte auch bei dem tragisch gescheiterten Versuch der oberösterreichischen Gipfelstürmerin Gerlinde Kaltenbrunner geherrscht haben, erklärte Messner: "Das ist für den K2 typisch".
Der Flaschenhals sei eine Engstelle, über der sich ein senkrechter Abbruch befindet. Über diesen würde sich langsam, aber stetig Eis schieben. "In gewissen Abständen brechen dann Seraks heraus und reißen alles darunter Befindliche mit", sagte Messner. Unter dieser gefährliche Stelle müssten die Bergsteiger "schnell durchklettern", um möglichst kurz im Einzugsgebiet der fallenden Eisbrocken zu sein. Messner kann sich vorstellen, dass der schwedische Bergkamerad Kaltenbrunners, Fredrik Ericsson, an dieser Stelle verunglückt sei.
"Leiden gehören zum Bergsteigen dazu"
Für Kaltenbrunner sei das natürlich ein tragisches Erlebnis und könne daher zum Abbruch des Versuches geführt haben. "Die Leiden, die sie jetzt zu ertragen hat, gehören aber zum Bergsteigen dazu", betonte der Südtiroler. Messner hätte der Oberösterreicherin den Gipfelsieg gewünscht. Denn im Unterschied zu anderen, habe sie an der Methode ohne Sauerstoff festgehalten. "Das muss man anerkennen und honorieren", sagte er. Frauen seien keinesfalls schlechtere Bergsteiger als Männer. In den letzten Jahren hätten sie auch enorm nachgezogen.
Der 1944 in Südtirol geborene Messner ist der erste Mensch, der alle 14 Achttausender ohne Zuhilfenahme von zusätzlichem Sauerstoff bestiegen hat. Im Jahr 1979 erklomm er gemeinsam mit dem deutschen Bergsteiger Michael Dacher über den sogenannten Abbruzzengrat den Gipfel des K2. Für Kaltenbrunner ist der K2 der 14. und somit letzte Achttausender, der ihr noch in ihrem Gipfelbuch fehlt. Die Oberösterreicherin scheiterte aber bereits mehrmals: Unter anderem schlugen jeweils im Sommer 2007 und 2009 zwei Aufstiegsversuche fehl. Im Juli des vergangenen Jahres kehrte Kaltenbrunner 300 Meter unter dem Gipfel um, im August 2009 brach sie ab, nachdem sie in brusttiefem Schnee steckengeblieben war.
(apa/red)
