Bier und Brot werden bald teurer: Stark angestiegene Weizenpreise als Grund
- Wegen Trockenheit in Russland, Ukraine, Kasachstan
- Erinnerungen an Nahrungsmittelkrise 2007/2008

Die Weizenpreise haben von Anfang Juli bis Anfang August die stärkste Preissteigerung seit 1970 verzeichnet. Nach Angaben der "Financial Times" (FT) ist der Grund die anhaltende Trockenheit in Russland sowie in der Ukraine und Kasachstan. Diese drei Länder gehören zu den Top-10 der Weizenexporteure weltweit. Da auch Braugerste betroffen ist, warnen Experten davor, dass neben Brot auch Bier teurer werden wird.
Die Weizenpreise sind um 8 Prozent auf 211 Euro pro Tonne gestiegen - das ist der stärkste Tagesanstieg in den vergangenen beiden Jahren. Und allein seit Ende Juni wurde ein Preisanstieg von fast 50 Prozent verzeichnet. "Das ist der stärkste Preisaufschwung seit 1972", erklärt Gary Sharkey, Chef der britischen Weizenhändler. "Die Industrie ist nicht in der Lage, diesen Anstieg zu ignorieren."
Händler fürchten, dass Russland, die Ukraine und Kasachstan ihre Weizenexporte einschränken oder sogar ein Ausfuhrverbot verhängen, um ihre heimischen Verbraucher beliefern zu können. Die Weizenproduktion in Russland allein werde gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent sinken. Auf der anderen Seite könnte es auch in Kanada durch anhaltende Regenfälle Ernteausfälle geben, berichtet die "Financial Times".
Das Blatt erinnert an die Nahrungsmittelkrise 2007 und 2008. Damals war es rund um den Globus zu explodierenden Lebensmittelpreisen gekommen. Die galoppierende Verteuerung hatte Brot, Reis, Nudeln und Milchprodukte getroffen. Ursache waren Naturkatastrophen, eine wachsende Nachfrage in aufstrebenden Ländern wie China, der Dollar-Verfall und der Boom beim Biosprit, die zu Lebensmittelknappheit und damit zu massiven Verteuerungen geführt hatten.
(apa/red)
